Die Rudelchroniken

Virieas betrunkene Monologe - Teil 3
- bitte mit ordentlichem Lallen lesen -

Grautann. Nachts. In der ‘Grube’

„Ganz richtich – verschwinden, um zu echschj-… egsistieren. Nein! – Um Stück für Stück wieder zu erscheinen und neu in die Welt zu tauch’n. Genau. Ers’ dann wisst ihr, was es bedeutet zu exischj-… existier’n!“
Die glasigen, halboffenen Augen des Händlers auf dem Schemel ihr gegenüber musterten ihren erhobenen Weinkrug, der so sehr schwankte, dass der Inhalt nur um ein Haar nicht über den Rand schwappte. Der Mann rülpste zustimmend. „So is’ recht! Glaubt mir, hab’ dem Tod schon oft in sein fw-…vielfältiges Gesicht gsehen! Ers’ vor kurzem! In seine kalte, blasse Schädelfratze! Schweigsamer Geselle – und wer’s wagt, ihn zu stör’n, der wird emfalls sum Schweig’n gebracht…!“ Langsam bewegte die junge Philosophin ihren Zeigefinger an ihre Lippen und beugte sich verschwörerisch über den Tisch. „Schhh-hick-hhhh…!“, raunte sie vielsagend.
Ein ehrfürchtiges Murmeln ging durch Traube von Menschen, die überwiegend aus Männern mittleren Alters bestand und sich um den Rundtisch in der Ecke versammelt hatte, an dem sie saß. Alle Augen waren auf die Weißhaarige gerichtet. Ihr Gesicht lag zur Hälfte im Schatten ihrer dunklen Kapuze, die andere wurde von einer flackernden Talgkerze beleuchtet. Sie nahm einen großen Schluck aus dem Krug, verzog das Gesicht, als sie ihn mit einem hohlen Laut wieder auf den Holztisch knallte und murmelte etwas in einer befremdlichen Sprache. Für die Umstehenden ein weiteres Indiz dafür, dass sie es hier mit einer Seherin zu tun hatten. Dass Viriea sich auf Thorwalsch über das Gesöff beschwerte, ahnte niemand.
Die vermummte Frau sah sich ein mal im Raum um. Jeder, auf dem ihr Blick ruhte, schien die Luft anzuhalten, bis sie den nächsten musterte oder ihr Blick zu einem unbestimmten Punkt in der Luft wanderte. Ruckartig hob sie ihren Krug wieder in die Luft. „Eh! Noch ein’!“, rief sie, wobei ihr der Weinkrug aus den Fingern glitt und über den Boden rollte, bis er zwischen den Füßen der Zuhörer verschwand. Sie blickte nach einigen Sekunden verblüfft auf ihre leere Hand. Ein besonders mutiger Recke aus ihrer Mitte tat einen Schritt auf die junge Frau zu. „W-Werde ich bis zum Winter die versprochenen 8 Heller mehr jeden Mond bekommen? Meine Frau hängt mir schon in den Ohren, das Haus muss dringend repariert werden, die Tür is’ marode, das Dach … U-und mein Sohn, hat sich wohl falsche Freunde angelacht, wie wird’s um ihn stehen?“, fragte er mit ängstlichem Blick. Eine Schankmaid mit fleckiger Schürze huschte zum Rundtisch und brachte einen neuen, gefüllten Weinkrug, der ihr sofort von der Verhüllten abgenommen wurde. „Sowieso ham’ meine Frau und ich Probleme, Tag ein Tag aus nörgelt sie herum. ‘Sammel du doch dein hereingetragenes Viechzeug aus dem Wald wieder aus den Laken, Es gibt Leute im Haus, die auch von dem Geld essen wollen und nicht nur saufen, prügel dich nicht ständig mit de-“ Die mystische Frau räusperte sich geräuschvoll, eine Faust vor den Mund erhoben. Anschließend öffnete sie diese wieder und machte eine ausschweifende Geste in die Runde, sah aber eher an die Decke als in jemandes Gesicht. „Wenn der elende Drache dir dein Zeug stiehlt, tu’ gut daran-“, sie erhob den Zeigefinger, „ihm nicht alles su glauben! Das Mistding kann nichmal richtig fliegn.“ Die Versammelten tauschten Blicke aus. Einen Augenblick lang musterte sie den Inhalt des Kruges äußerst angestrengt, bis sie offenbar eine Eingebung hatte. „Die Küche! Die Küche die’s Futter von selbs’ kocht – weg! Nich’ mit in die Welt gefolgt! … Schande aber auch!“, postulierte sie, aufrichtig klagend. Sie zog ihren ausgestreckten Arm zu sich und drückte ihre Faust auf ihren Brustkorb. Einige der Männer nickten verstehend. Dann senkte sie den Blick auf die Tischplatte vor sich und strich mit der freien Hand langsam über die Holzoberfläche. Leiser fuhr sie fort. „Der blaue Pelz is’ verdammt weich, besser als jedes Daunenkissen …“, sie hielt in der streichelnden Bewegung inne und sah verschwörerisch zu dem Mann auf, „Führt aber nur durch speergespickte Fallen …“, Sie nahm einen Schluck aus ihrem Krug, hickste und verschluckte sich daraufhin. „ … und Gärten, die einen hüpfen lassen.“, krächzte sie, sobald sie wieder zu Atem gekommen war.
Die meisten blinzelten schweigend einige Male. „Ich wusste es!“, lallte schließlich derjenige, der seine Fragen vorgetragen hatte und stürmte entschlossen aus der Taverne. Einige blickten ihm verwirrt nach, andere riefen ihm Unverständliches ermutigend hinterher. Die Frau mit der Kapuze nickte wissend und leerte den Krug. Rötliche Rinnsale flossen an ihrem Kinn herab. Sie knallte den Becher mit dem selben hohlen Klang auf den Tisch, zog wieder eine Grimasse und wischte sich mit dem Ärmel über den Mund. Erneut murmelte sie Unverständliches. Die ihr nahestehenden meinten vielleicht „…-ldreck“ hören zu können, aber wer wusste das schon, die Frau sprach in Rätseln. „Wie sieht es mit der Arbeit in den Mienen aus? Was muss ich meinem Chef unterjubeln, damit er mir meine freien Tage zugesteht?“, traute sich ein weiterer Geselle. Ungläubig lugte die Weißhaarige in den Krug, das eine Auge zugekniffen, wobei sie sich immer weiter nach hinten beugte, bis sie mit dem Schemel halb in der Luft hing. Polternd landeten die Hockerbeine wieder vollständig auf dem Boden, genauso wie der nächste Weinkrug. „Waldreck!“, blaffte sie dem Fragenden entgegen. Der Mann weitete die Augen. Einige Umstehende lachten kurz auf, wurden aber schnell von ehrfürchtigem Zischen zum Verstummen gebracht. Murmelnd tauschte sich die Gruppe aus. Mit der Zeit sprach Erkenntnis aus dem Gesicht des Fragenden. Wieso war er nicht selbst darauf gekommen! Er schwankte auf dem Weg zur Schenkentür so sehr, dass er drei Gäste anrempelte und einen Stuhl umwarf.
„So ein Blödsinn!“, keifte eine Frau mit Kopftuch und hohlen Wangen. „Alles Humbug, hört denn keiner zu, was dieses Weibsbild von sich gibt?“ Alle Augen richteten sich erst auf sie, dann wieder auf die Frau mit der tiefhängenden Kapuze. Diese drückte gerade mit der Fingerspitze in dem wachsenden Wachshaufen um die Kerze herum. Ein leises Kichern ließ ihre Schultern beben.
„Rauswerfen sollte man die!“, stimmte ein jüngerer Mann seiner Vorrednerin zu, wobei er durch den Schwung seines Arms die Hälfte seines Bierkrugs verschüttete, um seine Aussage zu untermauern. Er war eben erst von seinem Nickerchen mit dem Gesicht in einer Suppenschüssel aufgeschreckt. „Wen soll ich zusamm’ schlagen?“, gröhlte es aus der anderen Ecke der Taverne.„Wer weiß was für Zaubertricks diese Ziege mit Hautbildern und Metall im Gesicht wirken kann, aber eure Zukunft werdet ihr von der sicher nicht erfahren!“, empörte sich die Frau mit Kopftuch weiter lautstark. Einige schauten daraufhin verdrießlich drein, wussten aber offenbar keine handfesten Erwiderungen auf den Vorwurf, außer verärgerte „Eh!“ „Ja gar nich’!“ „Ach, Klappe!“-Rufe. Die anderen schienen sich nach und nach der Meinung der Frau anzuschließen und begannen, wahllose Flüche kundzutun. Die Weißhaarige am Tisch hatte sich eben noch neugierig nach der erwähnten Ziege in der Schaluppe umgeschaut, zog aber die Brauen zusammen, als die Leute um sie herum lauter wurden und musterte sie blinzelnd. Irgendwann dämmerte ihr, dass die Leute ihr unschöne Dinge zuriefen. Ihre Augen verengten sich. Diejenigen, die ihr am nächsten standen schwiegen wieder, sobald sie sie anfunkelte, doch die meisten hatten sich schnell von der wachsenden Verärgerung anstecken lassen, auch wenn viele von ihnen gar nicht wussten, weswegen genau sie brüllten. „Scher dich fort mit deinem Blendwerk!“, rief eine faltige Dame, die sich nach vorn gedrängelt hatte, um der vermeintlichen Seherin vor die Füße zu spucken. Ihr Atem stank schlimmer nach Brannt als die ganze Taverne.
„He! Ich hab’ nur mei’m Tischkumpanen hier“, wankend deutete die Frau mit Kapuze auf den Händler, der schnarchend auf seinem Schemel ihr gegenüber zusammengesackt war „’N paar gute Ratschläge gegeb’n!“ Ein hölzerner Krug flog in ihre Richtung, unter dem sie sich gerade noch rechtzeitig wegducken konnte. Er prallte an der Wand hinter ihr ab und traf einen kräftigen Kerl, der sich wutentbrannt in ihre Richtung drehte. Die Weißhaarige stand auf, kämpfte kurz um einen festen Stand, und stellte sich den aufgebrachten Leuten. „Und für euch’ Haufen hab’ ich auch ‘nen Rat!“, drohend hob sie ihren Zeigefinger, schien aber kurz den Faden verloren zu haben. Bevor die Leute sich wieder trauten, lauter gegen sie zu wettern, begann sie erneut. „Der Rat! Genau! Dem kann man nich’ trau’n! Hier is’n Krieg im Gange!“, eine Schale verfehlte sie nur knapp und zerschellte an der Wand hinter ihr. Die Rufe der Umstehenden waren zu einem einzigen Johlen verschmolzen. „Das is’ verdammt wichtig, ihr-…hick ihr Quallenhirne!“ Sie musste sich am Tisch abstützen, um nicht über ihre eigenen Füße zu stolpern. Ein Mann griff nach ihrem Oberarm und zerrte daran. „Erzähl deine Märchen wo anders, Hexe!“, die Weißhaarige riss sich loß, während sie irgendetwas von Wäldern, Elfen, Dämonen und Feuerfällen brüllte. Bei dem Versuch, nach ihr zu schlagen oder sie fortzustoßen, gerieten die Tavernenbesucher mehr und mehr unter sich aneinander. Einige wenige, die ihr noch versucht hatten, zuzuhören, sahen tatsächlich sehr beunruhigt aus.
Als auch ein Schemel durch die Luft flog, schob sie sich fluchend durch die wütende Meute richtung Ausgang. Am schweren, stinkenden Vorhang des Eingangs angekommen, drehte sie sich noch ein mal um. „Möge der Wal einen stinkenden Haufen auf euch setzen!“, brüllte sie aus Leibeskräften, dann wandte sie sich mit stampfenden Schritten, die in Schlangenlinien verliefen, zum Gehen. Auch von Draußen war der Tumult noch deutlich zu hören, aber niemand schien ihr zu folgen. „Und wer darf dies’m undankbaren Pack die Kehrseite rett’n ..! Sollen die doch sehen wo se bleib’n..!“ Einige Schatten von Wachen waren für ihre wachsamen Augen auch im Dunkeln zu erkennen. Ob es nun eine oder drei waren, da war sie sich nicht sicher, was machte das schon. „Alle korrupter als jeder Plünderfahrer..! Hranngarverfluchte Gierschj- hick..schlünde! Die ganze Stadt..!“, zischte sie in ihren Schal. Sie wechselte auf Thorwalsch. Somit gingen ihr die Flüche den ganzen Weg über bis zum Hesindetempel nicht aus.

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Von Sonnentagen und Stärke

Musik!

Es ist ein leichter, sonniger Tag. Der Wolf und der Mensch sind vorangegangen, den Weg und die Umgebung auskundschaften.

„Wie wäre es mit: Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren ?“ Fragt der Mensch.

„Eh. Dafür gibt es schon mehr als genug Geschichten. Und nach der letzten hab ich mehr Lust auf was leichtes, hoffnungsvolles. Etwas in die Richtung: Geteiltes Leid ist halbes Leid. aber mit weniger Leid.“

„Hm…“

Mensch und Wolf schweigen, sehen sich die Spuren in der Nähe an. Einige wenige sind wohl in den letzten Tagen auf der gleichen Straße entlang gelaufen, die meisten aber weg von Grautann, Richtung Helmark. Sie sollten keine Bedrohung sein.

„Vielleicht:…„

Zeit vergeht.

Dieser Ort, etwas abseits vom Weg, könnte später ein guter Rastplatz sein. Mensch und Wolf werden kurz mehr Wolf als Mensch, sagen „ Hier. Meins.“ Aber sie sagen auch „ Stress. Wenig Ruhe und viel Angst.“ Sie rümpfen ihre Nase, als sie ihre eigene Botschaft riechen.

„Bruder…“

[Kurzes Schweigen]

Wie wäre es mit folgenden Lektionen: Ohne Ruhe keine Kraft. Atme, wenn du kannst, damit du Luft hast,
wenn nicht. Geteilte Last ist halbe Last
.

„Aber vor allem: Der einsame Wolf stirbt.

„Wahr.“

„Bruder… Tairach gab mir eine Warnung, und seine Warnung hat fast einen von uns getötet. Wie kann ich ruhen, wenn ruhen zögern und fliehen bedeutet, und ich nicht mehr fliehen darf. Wir haben unsere Pflicht, und unsere Pflicht zu lange vernachlässigt.“

„Wir haben Pflichten, ja, aber nicht nur die eine. Wir haben den Dienst unserer Ältern vernachlässigt, ja, aber wir haben dafür den Dienst an den unseren vollzogen, etwas das wir die Jahre zuvor verloren. Und, im Dienst an den unseren stärken wir die, die gegen die Feinde unserer Ältern vorgehen.“

„Wahr. Aber was tun wir wenn die unseren Rasten wollen, und wir noch lange nicht rasten können? Es stehen noch viele kämpfe bevor, und für diese Kämpfe müssen wir stark und bereit sein. Ein Tag Ruhe kann einen Tod morgen bedeuten. Wir wäre das als Lektion?“

„Hrrrn. Nun gut, wenig Ruhe für uns. Aber gib den Anderen die Ruhe die sie suchen, sie werden selber wissen was am besten für sie ist. Vertraue den deinen, ihre eigene Schlachten zu schlagen.

„Nun gut.“

Eine Weile Schweigen und Wandern.

„Wenn wir uns schon Sorgen über den Vater der Wahrheit machen… Wann hast du vor den unseren von deinem Versprechen zu erzählen?“

Ein Seufzer.

„Am liebsten garnicht. Wenn wir uns auf den Weg zur der Graukuppe machen, sollte sich das von selbst lösen. Den Schwarzen Stein sollte ich finden, und Magdalena sollte ihn erkennen können.“

Das ist dein Plan? Das, mein Bruder, ist selbst für deine Verhältnisse dumm.

„Was soll ich sonst tun? Ich kann ihnen nicht sagen das ich mit meiner Hast uns noch mehr Probleme bereitet habe, nicht wenn ich es auch selbst lösen kann.“

Hrrrn. Torheit. Wie du willst. Aber als Absicherung: Wenn du es nicht alleine schaffst, werde ich es ihnen sagen.

„ ? Wirklich, Bruder? Dir ist bewusst…“

… das ich dafür ihre Sprache sprechen muss? Ja. Aber ich denke, es ist an der Zeit das auch ich beginne, mit ihnen zu reden. Immerhin, es sind die unseren.


Kaum das das Nachtlager aufgestellt war, begannen Wolf und Mensch mit ihrer Meditation.

Torkin macht sich gleich daran, Gareti sprechen und Verstehen von seinen Aspekten etwas zu lösen, um sie mit Bren teilen zu können, während Bren die abendlichen Routinen durchgeht. Die Bande von Kampf, Gnadenlosigkeit, Wille und Drang sind stärker denn je an sie beide gewoben, aber das scheint angemessen. Mit einem leisen Knurren trennt er die Bande zwischen Ruhe und Torkin, die bereits mit dem verrotten begonnen haben, und stärkt die wenigen die noch halten. Täuschung, Schläue, List, Schauspiel, Aspekte die an ihm schon immer hingen, werden bestärkt in Vorbereitung auf die Stadt. Torkins Spott über Fuchsnaturen und rote Felle ist schon ein fester Teil des Rituals. Götter/Ältern, ein Aspekt den sie beide Teil als ihrer Selbst betrachten, ist in den letzten Wochen stark gewachsen. Bren überlegt, ob die Bande derzeit nicht zu stark sind, kann sich aber nicht dazu bringen sie zu schwächen. Einsamkeit, stabil seit sie gemeinsam Reisen, Angst, unnatürlich stark seit sie mit dem Druiden ihren Willen übten, Wut, Frust, Freude, Freundschaft, Empathie, und hier stockt Bren. Bande die schon lange fest an Torkin hingen und ihn unberührt ließen, haben sich von seinem Bruder gelöst und sind zu ihm gewachsen. Seit sie den Heiler verletzen? Oder seit er selbst vom den ihren zum Reden gezwungen wurde? Torkin bemerkt sein Zögern, bestärkt ihn darin die Bande zu belassen. Wenn Torkin die Ruhe nicht hat um auf die Anderen zu achten, dann ist es nur gut, wenn Bren Acht haben kann. Bestärkt, aber auch beunruhigt geht Bren die anderen Bande durch. Als Torkin bereit ist, sein Gareti mit Bren zu teilen, spürt er ihn vor den Banden seines Rudels stehen. Ohne das Bren es merkte, haben sie sich mit seinem Selbst verknüpft, wo er nur allen gegenüber Duldung empfandt, hängt jetzt zu jedem Einzelnen ein eigenes Band, mit eigenen Aspekten darin verwoben. Er verschließt sich gegenüber Torkins mildem Lächeln, empfängt wortlos Gareti und beginnt ein Band zu seinem Selbst zu weben. Seine neuen Banden sind eine Frage, mit der er sich heute nicht beschäftigen wird.

Und hier ist das Problem: Beobachten bedeutet sehen. Und ich bin kein Stein, so heißt sehen fühlen. Und fühlen, fühlen führt unweigerlich zu handeln.

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Virieas Brief
- auf der Reise von Helmark nach Grautann. Nachts. -

Musik: https://www.youtube.com/watch?v=Ol3MPe5kggw

Lieber Kieran,

es ist nebelig, sogar hier im Wald. Ich bin weit fort von zu Hause. Aber der Nebel scheint mir überall hin zu folgen. Weißt du, auch ich ging fort, wenn auch einige Jahre später.
Es war … schwer. Alles verschwand. Nach und nach löste sich alles auf. Sogar meine Erinnerungen schwinden.

Neues tritt an ihre Stelle. Orte, Menschen, Feinde und Freunde kreuzen meinen Weg.
Ich habe lange niemanden mehr singen hören.
Eine Elfe spielt hin und wieder Flöte. Es ist wunderschön. Ich würde gerne mal wieder eines deiner Lieder hören. Eine Geschichte aus deinem Leben.

- -

Du sagtest, der Wal wird dich ebenso in sein Heer aufnehmen, wie all die anderen stolzen Krieger, denn du trägst ihre Saga in die Welt hinaus. Ehrst sie mit deinem Spiel und deiner Stimme. Sag mir, Kieran, sangst du jemals von den Schatten?

Von seinen Gefahren? Von den Schritten, die dort wandeln, sich aber nicht ans Licht trauen? Ich floh vor langer Zeit dort hin. Irgendwann flackerte ein Licht, dem ich folgte. Aber nun drängt mein Pfad wieder zurück ins Dunkel. Und andere folgen mir.

- -

Ich hoffe, dass dein Stern dich leiten konnte. Dass du all die Reisen erlebst, von denen du damals geträumt hast. Dass dir Ruhm und Ehre zuteil werden, wie den Schlachten, über die du vielleicht singst.
Vergiss nur deine Wurzeln nicht. Den felsigen Norden, das eisige Meer. Deine Familie.

Ich habe zu schreiben gelernt, was du vermutlich nicht lesen kannst. Diese Zeilen werden dich nie erreichen.
Ich übergebe meine Gedanken dem Feuer, auf dass sie mit dem Nebel reisen, weit über das Meer. Vielleicht ja auch zu dir.

Kieran, Ich habe Angst zu verschwinden. Nicht nur aus meinem Körper, sondern aus dieser Welt. In den Schatten wird niemand nach Spuren suchen.
Verschwunden. Vergessen.
Wirst du auch ein Lied über mich singen, eines Tages?

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Der Schlangenberg - Die Feste des Wahnsinns

Die Nacht zuvor

Mit mehr Glück als Verstand waren die Helden aus den Herzwaldgrotten entkommen. Doch sie hatten etwas wichtiges gewonnen: Thyvar, der Geist und ehmalige Geliebte Argelias begleitete sie auf ihrer Queste. Nachdem ihre Wunden so weit wie möglich versorgt waren, machten sie sich zunächst auf den Weg zurück nach Mirantha. Leider war Minathriel im Dorf nicht mehr anzutreffen, als sie dort ankamen, doch Mandavar Feuerlied war mitlerweile genesen und bedankte sich gebührlich bei den Helden, für seine Rettung. Thyrvar hatte sich die meiste Reise über ruhig verhalten, doch in Mirantha konnte er nicht anders:

“Ich hätte nie gedacht, dies hier wiedersehen zu dürfen…
Schade dass Minathiriel nicht hier ist. Bei Swafnir, es wäre schön eine alte Kampfgefährtin wiederzusehen“.

Martellus jedoch drängte zum Aufbruch, also wurde nur noch eine Nacht in Mirantha verbracht um sich auszuruhen. Am nächsten morgen sollte Glimmer die Helden dann zum Schlangenberg führen…

Man merkte deutlich, dass Martellus aufgeregt war. Zwar hatten seine Karten ihm im Herzwald den Dienst versagt und sein Kompass sie im Kreis geführt, doch schließlich hatten sie alle es doch noch irgendwie zum Schlangenberg geschafft.

Athovar legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter.
Bleib wachsam, alter Freund

Martellus nickte.
Du hast recht. Wir wissen nicht was uns erwartet. Wir sollten auf alles vorbereitet sein.

Athovar schärfte seine Klinge abends am Lagerfeuer und blickte in die Flamme. Seine Augen waren dunkel und seine Gedanken schienen weit in die Ferne zu reichen in diesem Moment.

Hey Athovar. Kennt ihr nicht nen guten Witz?”,
wollte Andrasch wissen.

Athovar guckte mit undeutbarem Gesicht in seine Richtung.
Wie wurde der Kupferdraht erfunden?” , frage er dann unverwandt.

Andrasch war verwirrt:
Öhhm keine Ahnung, was weiß ich denn, also Ich nehme an, dass ein Mechanikus, vermutlich ein Zwerg, irgendwann einmal auf die Idee kam…

Er wurde von Athovar unterbrochen:
Zwei Zwerge fanden gleichzeitig den selben Heller

Goblins

Niemand der Anwesenden konnte sich den genauen Weg merken, den Glimmer der kleinen Gruppe zeigte. Nicht einmal Amariel, die den Wald kannte wie ihre Westentasche. Zu konfus und scheinbar zufällig wirkten die Abbiegungen und zu sehr veränderte sich der Wald um sie herum während der vergleichsweise kurzen Reise. Schließlich jedoch lag vor den Helden ein weit ausladenes Tal.Die Gruppe machte sich sogleich an den Abstieg. Schon jetzt bemerkte Torkin beunruhigende Spuren. Goblins, wie er zuzuordnen wusste. Doch die Spuren waren nicht vom gleichen Tag, also dachte er sich nichts weiter dabei – ein Fehler wie sich später herausstellen sollte.

Bei Hesinde” entfuhr es Martellus, als die Gruppe hinter einem kleinen Hügel hervortrat und tatsächlich den Eingang zum Schlangenberg vor sich liegen hatte.Gesäumt war der vergleichsweise kleine Eingang vonvier Statuen, die hier schon so lange stehen mochten wie der Berg selbst. Sie zeigten vermutlich Humanuide, jedoch waren keine Details mehr zu erkennen. Die Zeit und die Natur, hatten den Stein zurückgefordert. Einzig in den Sockeln der Vier riesigen Statuen waren Glyphen noch teilweise zu erkennen. Martellus machte sich sogleich an die Analyse.

“Hier lasse ich euch alleine” verkündete Glimmer glockenhell. “Gebt auf euch acht, und wartet nicht zu lange an einem Fleck. Etwas sieht uns.”

Die Helden bedankten sich herzlich bei allem was die Fee für sie getan hatte, und diese machte sich auf den Rückweg. Nach einer Weile des Staunens musste auch Martellus zugestehen, dass die Glyphen auf den Sockeln zu verwaist waren um sie anständig zu rekonstruieren. Nicht das er es nicht trotzdem versucht hätte, doch es war unratsam die Erkundung des Berges weiter aufzuschieben, also trat die Gruppe durch den Höhleneingang und ließen damit auch das Tageslicht hinter sich. Der Eingang war kaum groß genug, um die ersten paar Meter der Höhle, die sie betraten, auszuleuchten. Die Fackeln der Helden konnte nicht einmal ansatzweise von Wand zu Wand leuchten. Also wurde erst einmal die Eingangshöhle in Zweierteams erkundet. Es waren Hinnerk und Vivi, die als erstes auf etwas stießen.

“Hey Leute, kommt mal hier rüber. Hier ist irgendwas.” Die anderen bewegten sich in ihre Richtung.
“Scheint ne Statue oder sowas zu sein. Aber hier ist auch noch nen Buchstabenfeld davor. Und es steht auch etwas drauf”

Plötzlich waren Laute aus Richtung des Eingangs zu hören. Viele Laute… Dutzende

Fortsetzung folgt

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Om Saga og Sannnhet / Bren's Geschichte

„Bren liebt Geschichten genauso sehr wie ich. Doch wo ich vor allem zuhöre und aus ihnen lerne, verbringt er viel Zeit und Gedanken damit, aus Lektionen und Legenden eigene Geschichten zu schmieden. Solange wir reisen und wandern bin nur ich es, der zuhören kann, doch sollten wir es schaffen alt zu werden, und in unsere Heimat zurück zu kehren, so hat er vielen Erzählungen die wir mit den Jungen und den Alten teilen werden. Er hofft das unsere Lehren, mit viel Blut und Leid bezahlt, den Kindern der Odûne helfen kann, andere, billigere Fehler zu machen.“


„Menschling, Fleischling. Ich erzähle dir eine saga, eine Legende aus meiner Vergangenheit, und eine Geschichte, eine sannhet aus meinen Leben und weise dich zu den Lehren die in beiden versteckt sind.“
Bren sieht dich an, Fänge leicht gebleckt. Ein Lächeln? Ihr sitzt gemeinsam unter den Sternen. Aus der Ferne hörst du Stimmen und Gelächter, andere, die sich um ein Feuer versammelt haben, und das Ende des Tages feiern. Ihr beide sitzt etwas abseits von ihnen, damit Bren dir eine Geschichte erzählen kann, an der er gerade arbeitet.

„Diese Legende stammt nicht vom meinen Geschwistern, nicht von den Kindern im Norden. Sie ist eine saga unserer Verwandten im Süden, den Verschlingern der Toten. Aber sie enthält Lektionen die für alle wahr sind, und so trage ich sie weiter, in den Norden, zu den meinen.“

Bren setzt sich auf, und hebt an zu erzählen. Du merkst wie sich seine Stimme verändert, etwas getragenes, schweres bekommt, ganz anders als die Leichtfertigkeit, mit der er sonst spricht.

„Det ver en gang, in den Tagen ohne Namen, als die haren noch Fleisch fraßen, zwei, die vor fast allen anderen waren. Hun-er und Han-er, Sie-Ist und Er-Ist. Beide gleich in fast allen, eben in Stärke und Mut, in kjaerlighet og skjônnhet, lebten sie viele Jahre zusammen, jagten gemeinsam ihre Beute, und kämpften gemeinsam gegen ihre Feinde.“

„Vor vielen Jahren, als mein Bruder und ich noch keine Hälften sondern uns fremst waren, und ich kaum aus meiner Heimat gerufen und gerissen wurde, waren wir Feinde, in hat og raseri, Hass und Wut, vereint und getrennt. Wir hatten beide eine Schlacht um unseren Körper geschlagen, und hatten beide verloren.“’

Bren hält hier kurz inne, gedankenverloren. Reue scheint in seinen Augen zu schimmern.

„Nachdem wir aus unserer Gefangenschaft geflüchtet sind, reisten wir nach Norden, in Richtung unsere alten Heimat. Was mein Bruder dort suchen wollte, bin ich mir bis heute nicht sicher, doch ich sehnt mich nach Sicherheit, nach hjemsted und Gemeinschaft, die nur ein Rudel unseresgleichen bieten konnte. Kinder des Madath, Brüder der Wölfe. So flohen wir gemeinsam, blind und taub für einander, zurück in unsere alten Lande.“

„So wie es geschieht, wenn Zwei eins werden, wurde Sie-ist schwer mit Kind. Han-er, voll mit Sorge und Liebe, jagte durch die weiten Lande, riss Beute um Beute, schlug Feind um Feind, um hjemsted und Nahrung für die seinen zu schaffen, und um alle Gefahren für Sie-Ist zu bannen, ehe Sie schwach wurde. Doch um alle Gefahren zu bannen, wagte Er sich tief in die dunklen Lande der Mochûla, wo Er einsam kämpfte.“

Bren sieht dir in die Augen, fordert deine Aufmerksamkeit.

„Beachte! Hier lieg die erste Lektion zum zweiten Mal versteckt. Fern von Heimat und Banden, verlassen und verängstig, geschwächt von Sorge, getrieben von Furcht, jagte Er-Ist tief in den dunklen Landen. So wie wir unsere Beute von seiner Herde trennen um es zu reißen, so lockten ihn die Mochûla tiefer und tiefer in die Dunkelheit, in Abgründe und Schluchten, bis er eine Stimme hörte, die aus den Schatten zu ihm sprach: „Was treibt dich, großen Jäger, in diese Tiefen, wo nur Nachtschwarze und edderkopper leben?"

Und so antwortete Er-Ist: „Die meine, Sie-Ist, die mir in allen Dingen gleich ist, ist schwer mit Kind. Ich jage nun alles Übel in den Landen, zerschlage alle Feinde die ich finde, damit Sie sicher ist.“

„Die dir in allem gleich ist?“ fragte die Stimme. „Warum aber jagst du dann alleine? Sollte sie nicht an deiner Seite stehen, gleich in allen Dingen?“

Und so säte die Mochûla, deren Name Stimme Süßgrass war, Zweifel. Er-Ist war ein starker Jäger, ja, aber selbst der stärkste Jäger ist schwach wenn er alleine ist. Und Er hatte ein starkes Herz, ja, aber selbst das stärkste Herz ist Nährboden für Übel, wenn es einsam ist.

Die Stimme Süßgrass war mächtig, und schnell schaffte sie es den Willen von Er-Ist zu brechen. Er-Ist wollte nicht alleine sein, so nähre sie die Furcht das das Kind-Im-Bauch Sie-Ist stehlen würde. Er-ist brauchte eine, die im in allem gleich ist, so warnte sie, das das Kind-Im-Bauch Sie-Ist verändern würde. Bis die Stimme Süßgrass ihn völlig vergiftet hatte, sodass er sich entschloss, Sie-Ist zu schlagen, damit, wenn Sie-ist Er-Ist nicht völlig gleich sein konnte, Er Sie wenigsten unter sich hatte, wo sie sicher und seine sein sollte.

Doch Er-Ist war nicht dumm, auch wenn Er nicht weise war. Er wusste das Er nicht gegen Sie-Ist gewinnen würde, da Sie, noch, ihm in fast allen gleich war. Und so wartete Er, bis das Kind-Im-Bauch größer und schwerer wurde, und Sie-ist schwerer und schwächer. So schwach, das Sie-ist nicht kämpfen würde, das Sie-ist sich unterwerfen, und das Kind-Im-Bauch aufgeben würde.“

Bren steht auf, beginnt nervös auf und ab zu gehen. „Habt ihr ich erkannt, den Fehler den Er-ist, und mein Bruder und ich von damals gemein haben? Nehmt euch einen Moment, darüber zu denken. Die erste Lektion ist wichtig, um die zweite zu verstehen.“

„Mein Bruder hatte aufgehört zu rennen. Er hatte ein neues Rudel gefunden, mit ihnen gemeinsam einen Kampf geschlagen, und gewonnen. Sie begannen gemeinsam zu reisen, und mein Bruder stürzte sich eilig in jeden Kampf. Er suchte die Klauen der Feinde, redete sich ein, das er kämpfte damit die seinen nicht kämpfen mussten, stand mal um mal an der Schwelle des Todes, um, so dachte er, die anderen von ihr fern zu halten.“ Ein Seufzer. „Wäre nicht zwei seiner Mitreisenden Bewahrer des Lebens gewesen, und wäre einer davon nicht mächtiger als alle helbreder die wir jemals gesehen hatten, und bis heute sahen, so wären wir sicher an der Torheit meines Bruder gestorben. Aber so war es ihm erlaubt, seine Torheit wieder und wieder zu wiederholen, bis ich es nicht mehr ertrug. Ich wollte nicht für Fremde sterben, nicht mich jene opfern, die weder meinen Namen kannten, noch mich darum gebeten hatten. Aber vor allem wollte ich nicht sterben, um jemanden den Kampf zu stehlen, den er selbst hätte schlagen können. Und so, nachdem wir einen verlorenen Bruder erschlugen, und wir wieder einmal fast starben, weil meine Hälfte alleine kämpfte, machte ich es braha min deutlich, dass wir nun zur unsere Heimat gehen würden, damit auch ich mich wieder finden konnte.“

Bren setzt sich wieder, legt sich halb hin. Etwas schein ihm Ruhe zu geben, aber die Unruhe ist noch nicht ganz gebannt. „Wir nähern uns dem Ende. Hier liegt der zweite Teil der zweiten Lektion versteckt, ebenso wie die Härte der dritten, welche in fast allen sager steckt, und in diesen einmal am Anfang und einmal am Ende liegt.“

„Und so kam der Tag, an dem Sie-Ist, schwer mit Kind und kurz vor dem Wurf, von Er-Ist gefordert wurde. Niemand weiß, was Er-Ist sage, denn niemand, der nah genug stand um seine Worte zu hören, überlebte. Sie alle starben an der Wut und Stärke von Sie-Ist.

Denn Er-Ist hatte Unrecht gehabt. Die Nähe der Geburt schwächte Sie-Ist nicht, sie machte Sie wütender. Sie spürte dass das Kind-Im-Bauch bald auf der Welt wandeln würde, und auch Sie-Ist wollte alle Feinde zerschlagen, damit ihr Kind sicher sein sollte. Und Er-Ist hatte sich zum Feind erklärt.

Ihr Toben war schrecklich, so schrecklich, das Land und Tier vor ihr flohen. Die Erde bebte vor ihrer Wut, der Himmel grollte ihre raseri, und Er-Ist konnte ihr nichts entgegen setzen, und verlor kläglich. Denn wo Er-Ist für Sie kämpfen wollte, kämpfte Er doch nur für sich und seine Angst, und wo Sie kämpfte, kämpfte Sie für das Kind-Im-Bauch, und ihre gemeinsame Zukunft.

So hatte Er-Ist verloren. Nicht nur den Kampf, nein, er hatte alles verloren. Er-Ist war Sie-Ist in nichts mehr gleich, nicht in Stärke, den er war nun schwach, nicht in kjaerlighet, den Sie-Ist hasste ihn, noch war Sie-Ist selbst gleich geblieben. Nach ihrem Kampf war auch von Sie-Ist kaum noch etwas geblieben, denn nun, nach ihrem Sieg, war Sie-Ist nun Sie-Ist-Stärker. Selbst seine Namen verlor er, und so ging er, namenlos, in die Tiefen der Mochûla, verbannt in zu den Nachtschwarzen, verfolgt vom Hohn und Gelächter der Stimme Süßgrass, die alles erreicht hatte, was sie hätte hoffen können.

Denn der Sieg, so groß er auch sein mochte, war bitter für Sie-Ist-Stärker. Auch Sie hatte alles verloren. Ihre Liebe, denn der, der Er-Ist war, war nun einer ihrer Feinde, und alle die ihr Nahe waren, denn sie starben an ihrer schrecklichen Wut. Doch der größte Verlust war das Kind-Im-Bauch. Der Kampf hatte die Kräfte von Sie-Ist-Stärker völlig aufgezehrt, und nichts mehr für ihr Kind gelassen. Und so brachte Sie nur Verlust zur Welt, und Stärke.

Denn die Rache die Sie-Ist-Stärker schwor, war mächtig, und grausam. Niemand ihrer Töchter würde sich jemals unterwerfen lassen, keines sollte Schwäche kennen. Und so verlangte Sie ein Opfer, denn das ist die dritte Lektion, die, die auch Sie-Ist lernte, um Sie-Ist-Stärker zu werden: Keine Stärke ohne Leiden, denn Stärke ist das Überwinden von Leiden. Darum fordert Sie-Ist-Stärker bis heute von ihren Töchtern das Leben ihrer ersten Kinder, so wie Sie ihr erstes Kind verlor, sodass ihre Töchter die Stärke finden, die Sie-Ist damals fand.“

Eine Pause. Bren scheint zu warten bis du seine Geschichte verdaut hast. Er sieht dich fragend an. Kann er weiter erzählen? Einem Moment wartet er noch, und hebt dann wieder an.

„Ein letztes Stück noch, dann ist es vorbei. Keine Sorge, dieses ist voller mit Hoffnung und fryd.“

„Im Norden fanden mein Bruder und ich einander. Es war nicht leicht, nein, aber auch nicht wirklich schwer. Wir waren zwei Hälften, die sich gespalten hatten, und das Hören verlernt hatten. Kaum das man uns unsere Ohren wiedergab, sie begannen wir zu heilen. Wir kämpften, ja, aber wir weinten auch, lachten, schrien, fluchten, tanzten, umarmten, jammerten, klagten, trösteten und wurden getröstet. Wir bluteten unser böses Blut, und spürten wie eine eiternde Wunde zu heilen begann. Denn wir waren zwei Hälften die im vielen Unterschiedlich waren, ja, aber vor allem waren wir zwei die im innersten gleich waren. Ich zeigte meinen Engsten die Lektionen die er vergessen hatte, (auch diese drei), und er gab mir die Ruhe, die ich verlor. Unser Band wurde neu geknüpft, die Schlucht zwischen uns verschwand, und wir begannen wieder, unsere Teile mit uns zu teilen, und gemeinsam, so scheint es, könnten wir gegen alles bestehen. Denn dies ist die erste Lektion, zum dritten Mal versteckt. Spätestens jetzt solltest du sie verstanden haben.“

Ein letzter Moment Ruhe. Bren wartet ob du etwas sagst, die Lektionen teilst, die du gelernt hast, aber du schweigst, hängst vielleicht noch dem einen oder anderen Aspekt der Geschichten nach, die Bren heute mit dir geteilt hat.

Bren schnaubt, und lächelt dann. „Hier sind sie nun, die Lektionen die ich dir zeigte:“

„Die Erste, die wir am Ende lernten, und Er-Ist am Anfang vergas: Der einsame Wolf stirbt. Ohne Gemeinschaft, ohne Rudel, ohne die deinen, bist du schwach, und leichte Beute.“

„Die Zweite, die aus der ersten wächst: Kämpfe für die deinen, ja, aber kämpfe nicht für deine Angst um sie, denn dann kämpft du doch nur für dich, kämpfe für eure gemeinsame Zukunft. Hoffnung verleiht Stärke tausendfach, und Verzweiflung bestenfalls nur einmal.“

„Die dritte, die Sie-ist-Stärker lernte, und die wir alle jeden Tag aufs Neue lernen: Aus Leiden wächst Stärke, denn Stärke heißt Leiden überwinden.“

Bren lässt seine Lektionen kurz sacken, steht dann auf, nickt dir zu, und verzieht sich wieder dahin, wo er hergekommen ist. Seine Geschichte ist vorbei, fürs erste, und deine geht weiter. Mal sehen, welche Lektionen und Legenden er noch darin sieht und schmiedet.

(Hättest du alle drei Lektionen erkannt, und hättest du sie Bren erzählt, und hättest du recht gehabt, so hätte Bren noch einmal seine Fänge gebleckt, halb Lächeln, halb Herausforderung und dir drei Fragen gestellt:

„Aber wären Sie-ist und Er-Ist gute foreldre gewesen, wenn Sie so leicht ein so grausames Opfer von ihren Kindern fordert, und Er so leicht sich von den seinen trennt?“

„Aber was heißt es, das Sie-Ist in ihrer Wut nicht nur ihren Feind erschlug, sondern alle die ihr Nahe waren?“

„Und hat die Stimme Süßgrass wirklich gesiegt? Ja, sie hat einen Diener gewonnen, aber er ist schwach und gebrochen, und sie hat dafür einen schrecklichen Feind gezeugt, dessen Rache sie bis heute verfolgt. “ )

(OT: Hyänen sind eine der wenigen Arten, wo die Weibchen völlig über die Männchen dominieren. Nicht nur im der Hierarchie ihrer Rudel, wo selbst das ranghöchste Männchen unter dem niedrigsten Weibchen steht, sondern auch Körperlich. Sie sind größer, stärker, brutaler, und haben tatsächlich den größeren Penis (oder Pseudopenis). Den Preis den sie für diesen zahlen, ist dafür recht bitter. Da er einen Umbau des Geburtskanals erfordert, ist die erste Geburt äußerst schwierig, da Teile das Fleisches aufreißen müssen, um für das Kind Platz zu machen. Nach der ersten Geburt hat sich das Problem größtenteils gelöst, aber es gibt kaum Fälle, wo das Erstgeborene einer Hyäne diesen Prozess überlebt, so dass das erste Kind einer Hyäne meist eine Totgeburt ist.)

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Schabernack in den Wanten
(aus Hinnerks Klamaukkiste, erzählt in der einen Grautanner Taverne da, weißt schon)


„Jo, da haben wir richtig auf den Putz gehaun, haha. Prost! Aber ich sachs dir Andrasch, in diesen Herzwald, da kriegen mich keine zehn Pferde wieder rein. Die Götter habn dieses Gestrüpp als Ort für magische Wesen geschaffn und meinetwegen können die da auch verflucht nochmal bleiben! Wir Normalsterbliche müssn uns da garnich einmischen, mit den ganzen Druiden und Baumgeistern und Einhörnern und Orks … Klar Andrasch, wenn du nich mindestens hundert von denen vermöbelt hättest wären wa dran gewesen. Dann Orks vielleicht nich, aber solche Wesen wie die Flatterfee und ihre ganze Sippschaft können mir gestohln bleiben. … Ob wir sowas in Havena nicht haben? Ha, von denen bleiben die meisten zum Glück deutlich unterm Meeresspiegel, oder in Albernien. Einzig und allein Klabautermänner segeln bei einer Fahrt mit und selbst denen sollte man lieber aus dem Weg gehen. … So nervtötend wie Glimmer könn die garnicht sein? Na dann lass mich dir ma was erzähln.
Kennste bestimmt garnich, Klaubautermänner. Schiffsgeister sind das, die auf ihr Zuhause aus Planken und Teer aufpassen indem se die Mannschaft warnen, falls was mit dem Schiff nich stimmt. Jedes Schiff hat einen, sagt man jedenfalls. Zu Gesicht bekommste die eigentlich nie. Und das is auch besser so, denn wenn du‘s dir einmal mit einem verscherzt hast wirst de deines Lebens nich mehr froh, wirst de echt nich. Da hilft nur noch so schnell wie möglich von Bord zu gehen. Geht nur schlecht, wenn die Küste 10 Meilen entfernt is. Einmal hatte mich einer aufm Kieker, auf ner Fahrt von Kuslik nach Havena. Einfachste Strecke die du segeln kannst, es hätt ne hübsche, ruhige Handelsmission sein können. Aber der Klabautermann war da wohl andrer Meinung. Nichmal ne Stunde nachdem wir Kuslik verlassen hattn sollte ich nach der Ladung schaun. Der Käpitan meinte er würde was poltern hörn und ich sollte mal prüfen ob sich was von der Fracht gelöst hätte. Wollte ihm noch erklärn dass ich die Knoten eigenhändig geknüpft hab, aber das interessiert ja nie jemand. Bin also runter in den Laderaum. Wir hatten hauptsächlich Getreide und sowas geladen. Hab ja schon gesagt, es wär ne einfache Handelsfahrt gewesen. Ich schau mich also um, aber alles is an seinem Platz. Ich zuck mit den Schultern, geh aber noch zu einem der Getreidesäcke hin, sicher is eben sicher. Da ruckt der Kahn plötzlich, ich stolper und falle mit voller Wucht auf den Sack drauf. Der hatte daraufhin nix besseres zu tun als aufzuplatzen. Überall Getreide, ich am husten und fluchen wie ein Weltmeister. Hab mir danach noch tagelang Halme aus Haaren und Kleidung zupfen dürfen. Und natürlich durft ich den ganzen Möwenmist auch wieder aufräumen, alleine. Ne Scheiß-Arbeit war das. Hab dabei aber immerhin gesehen, dass tatsächlich ein paar Knoten kurz vorm aufgehen waren. Natürlich nich meine, die saßen wie zugeteert. …
So schlimm wär das doch garnet? Jaha, wenns dabei geblieben wär! Der Klabautermann war ja noch lange nich fertig mit mir. Später wollt ich mir in meiner Hängematte ne Mütze Schlaf gönnen, was nich einfach war weil ich immernoch überall Halme fand. Trotzdem war ich schon fast eingenickt, da kassier ich aus dem Nichts eine Ohrfeige. Ich versuch sofort mich zu verteidigen, schaffs aber nur aus der Hängematte aufs Deck unter mir zu Plumpsen, direkt neben Yost der unter mir schon am Schlafen war. Yost wacht auch garnich erst auf, der würd selbst dann weiterpennen was das Schiff am Untergehen wär. Ich will mich grad aufrappeln, da dreht er sich plötzlich und rollt auf mich drauf. Es war als hätt sich ein Wal auf mich gerollt. … Ne, sogar noch schlimmer als wenn du dich auf mich gerollt hättest. Ich musste alle Kraft aufwenden um mich irgendwie unter ihm hervorzuziehn und dem sicheren Erstickungstod zu entgehen. Das wär dann ja wohl doch ein zu unrühmliches Ende gewesen. Als ich mich endlich von Yost befreit hatte war auch kein Angreifer mehr in Sicht und nach der Nahtoderfahrung war an Schlaf natürlich auch nich mehr zu Denken.
Aber am nächsten Tag kam erst die Krönung. Wir hatten Segel gesetzt, und da der Kurs von da an einfach war gab es nich viel zu tun. Also meinte einer der mir eher unbekannten Männer doch tatsächlich mich zu einem Wettklettern herausfordern zu müssn. Wers zuerst ins Krähennest schafft, kennt man ja. War natürlich ne dämliche Idee, hätt er mich besser gekannt wär ihm klar gewesen dass er da gegen Hinnerk Sandström kein Land sieht, haha. Wir schwingen uns also beide in die Wanten, er Backbord und ich Steuerbord. Als ich schon fast am Ziel war und jubeln wollte reißt plötzlich das Seil nach dem ich greife. Prompt verlier ich meinen Halt und fall den gesamten Weg aufs Deck, voll auf den Hosenboden. Sitzen ging danach für n paar Tage nichtmehr. … Aye, hätten wir Stühle an Bord gehabt wär die Mannschaft wahrscheinlich genauso lachend vom Stuhl gefallen wie du. Als Sonya mir von Lachern geschüttelt aufmuntern auf die Schulter klopfen wollte, wär ich auch noch fast von Bord gefallen. Da haben sie dann natürlich noch mehr geschrien. In dem ganzen Gejohle und Gepruste hab ich aber auch garantiert ein hämisches Kichern gehört, zu dem keiner der Kerle fähig gewesen wär. Naja, immerhin hatten wir so rausgefunden wie uralt einige der Taue warn und konnten die ersetzen. Aber ich sach dir, mit Klabautern is nich gut Matjes essen, wirklich nich. Ich weiß bis heute nich womit ich das verdient hatte. … Ob es nich wichtig gewesen wär die Ladung zu sichern und die Seile zu ersetzen? Na klar war‘s das, solche Sachen sind haigefährlich! Bei Sturm fällt dir sonst vielleicht der Mast auf den Kopf, oder die lose Ladung bringt das ganze Schiff zum Kentern! Aber dafür muss man mich ja nich fast umbringen und gleichzeitig zum Gespött der Mannschaft machn. Dieses Schiff hab ich nie wieder betretn und Yost zieht mich heut noch damit auf. Warum is dieser Krug hier eigentlich schon wieder leer? He Ben, wir brauchen Nachschub!"

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Amariels Lied

Wir sind schon ein paar Tage im Herzwald und dieser Abend ist wie jeder davor auch. Wir suchen trockenes gestorbenes Holz, graben eine Grube für das Feuer, essen gemeinsam etwas und alle bis auf die erste Wache legen sich schlafen. Amariels Gedanken schweifen immer wieder Richtung Heimat. Obwohl der Herzwald ganz verschieden ist von den Salamandersteinen weckt er doch Erinnerungen. Sie hatte die Geräusche und den Geruch des Waldes und noch so viel mehr vermisst. Mehr als sie bis jetzt gemerkt hat. Unbewusst greift sie nach ihrer Flöte.

Alle liegen eingemummelt in ihren Schlafsäcken als ein einzelner Ton erklingt. Er wirkt schüchtern, als ob der Spieler nicht ganz wüsste wie er anzufangen hat. Weitere Töne folgen und eine Melodie bildet sich. Für euch klingt sie ausgelassen, fröhlich, wie ein Besuch in der Taverne mit euren Gefährten, ein Sprung in die Vergangenheit. Der ferne Ruf eines Grünspechts klingt genau wie das Lachen eures engsten Freundes. Ihr kommt nicht umhin, genau an solche Momente zu denken, sie noch einmal in diesem Moment zu erleben.

Die Töne werden leidenschaftlicher, schneller, sich umspielend. Bilder von Geliebten blitzen auf. Flüchtige Küsse, besondere Nächte.

Plötzliche Stille. Zaghafte Töne, die nicht wissen wie sie klingen sollen. Sorge liegt in ihnen, Unwissenheit. Die Melodie wird chaotisch, verzweifelt, traurig. Ein einzelner schriller Ton durchdringt die Nacht, er schreit von Verlust.

Wieder Stille. Sie umgibt euch, zieht euch in ihren Bann, lässt euch nicht mehr los. Sie versucht euch zu ertränken, bis ein einzelner Satz ertönt: Fae’e a’dao aria. Er zieht euch empor, befreit euch. Einzelne Töne erklingen wieder. Erst zaghaft, dann mit immer mehr Kraft und Freude.

Mit gemischten Gefühlen fallt ihr in einen traumvollen Schlaf.

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Nachts sind alle Schiffe grau

(aus Hinnerks Klamaukkiste, erzählt am nächtlichen Lagerfeuer)

Ob wir auch Feuer an Bord haben willste wissen? Sicher, wenn der Koch einen guten Tag hat, haha. Aber so offenes Feuer wie hier, nee, so lebensmüde sind wir nicht. Wenn dich nur ein paar Planken von Efferds Reich trennen passt sogar der blödeste Alrik beim Laternenanzünden auf. Mehr brennt Nachts auch nich. Wenn du keine Decke mehr abgekriegt hast darfst du entweder frieren oder Kuscheln, harhar. Aber wo wir gerade bei Laternen waren…
Eines Nachts musste unser Schiff draußen auf See ankern. Doldrum hatte unsere Segel hängen lassen und so waren wir längst nicht soweit gekommen wie geplant. Weil unser Kahn aber immerhin auch Ruder hatte waren wir nicht gänzlich aufgeschmissen. Jetzt lagen die meisten von uns völlig erschöpft in ihren Hängematten oder unter Deck. Mich Schiffsjungen hatte man in den Ausguck gesteckt. Ich sollte im Notfall Alarm schlagen, genau wie Fo und Bo unten an Deck, die sich auch vorm Rudern gedrückt hatten. Nicht dass wir viel gesehen hätten, in dieser Nacht der toten Mada spendeten einzig und allein unsere Positionslaternen an Bug und Heck etwas Licht. Die Dinger brennen damit man nich von irgendwelchen riesigen Kriegsgaleeren gerammt wird, oder anderen Schiffen die es sich leisten können in völliger Dunkelheit zu segeln. Aber unserem Käptn war natürlich auch klar, dass das Licht auch zwielichtigren Dreck anlocken kann, und so hockte ich im Ausguck, versuchte meine Finger warm und meine Augen offen zu halten. Ich hatte mich schon fast entschieden den Beiden unten die Wache zu überlassen und ein kleines Nickerchen zu machen, da tauchte doch tatsächlich ne Positionslaterne aus der Dunkelheit auf. Das zugehörige Schiff war zwar wohl noch sehr weit weg, schien aber stetig auf uns Kurs zu halten. Ich dachte mir erst nichts dabei, vielleicht hatten sie uns auch grade erst gesehen und würden noch beidrehen. Doch das Licht bewegte sich einfach weiter auf uns zu. Fast schon zu spät kapierte ich endlich. Die Positionslampe des anderen Schiffs hing garnicht am Bug des Schiffes. Von den Bewegungen her musste sie am höchsten Mast des Schiffes hängen, ÜBER mir. Was bedeutete, dass unser Gegenüber schon VIEL näher war als gedacht. Endlich erinnerte ich mich was eigentlich meine Aufgabe war. „AUFWACHEN, ALLE AUFWACHEN! DIE WOLLEN UNS RAMMEN!“, schrie ich. Noch bevor Fo oder Bo unten wirklich reagieren konnten war Käptn Rogan schon an Deck und hatte zu unser aller Glück die Lage direkt erfasst. „AN DIE RUDER IHR MADEN, WENN EUCH EUER LEBEN LIEB IST!“, tönte seine Stimme und scheuchte auch noch den letzten an seinen Platz. Anker wurden gelichtet, Ruder ins Wasser gelassen. Aber selbst so ein wendiges Schiff wie die Wellenläuferin dreht aus dem Stand unendlich langsam. Ich saß derweil immernoch im Ausguck und konnte nur gebannt auf das Licht der langsam näher kommenden Laterne schauen. Mittlerweile war sie tatsächlich höher als ich und kam immer schneller näher. Wo der Bug ihres Schiffes war war nich abzusehen. Aber ihr Licht war irgendwie seltsam, fast als würde es nicht von einem Feuer stammen. Endlich bewegte sich das Schiff unter mir, die Planken knarrten ob der groben Behandlung. Wie als Antwort ertönte aus dem Dunkel vor uns ein ungleich dumpferes, lauteres Knarzen wie von tausend im Wind heulenden Bäumen. Es ließ mich in meinem innersten Erzittern. Rogan befahl noch uns in die Riemen zu legen, doch die Mannschaft ruderte sowieso schon wie verrückt. Endlich hatte die Wellenläuferin sich gedreht und kam in Fahrt. Wellen wie von einem Sturm begannen gegen unser Backbord zu schlagen. Und dann konnte ich im Schein der Sterne eine Wand auf uns zurasen sehen. Aus uraltem Holz gemacht kam sie immer näher, schien uns erdrücken zu wollen. Noch dreißig Meter, dann noch zwanzig. Unsere Wellenläuferin hüpfte verzweifelt über die Wellen, bemühte sich der unaufhaltsamen Mauer zu entrinnen. Fünzehn Meter, dann zehn. Ich kauerte in meinem Krähennest und bat nur noch Efferd und alle zwölf Götter um Beistand im Angesicht sicheren Verderbens. Fünf Meter, und dann … wurden es wieder mehr. Schließlich höhrte die Mannschaft mit Rudern auf. Stumm starrten wir auf das Schauspiel vor uns. Dort zog eine riesige Wand vorbei, aus Holzplanken größer als Bäume, verkleidet mit Seetang und Seepocken. Man hätte es für die Seite eines Schiffes halten können, doch ein Ende der Wand war nicht abzusehen. In unserem kleinen Lichtkegel dehnte sie sich unendlich in alle Richtungen aus. Das Licht der Positionslaterne war schon lange nicht mehr zu sehen. Ich weiß nicht wie lange wir dort saßen und auf ein Ende warteten. Vielleicht eine Ewigkeit oder länger. Doch irgendwann war es vorbei und mit einem letzten Knarzen verschwand die Wand in der Dunkelheit. Als Praios Licht uns schlussendlich begrüßte, lag das Meer wieder spiegelglatt vor uns, als wäre nie etwas geschehen. Später erzählte mir Rogan, dass das Ungetüm dem wir begegnet waren das Riesenschiff genannt wird. Zu unserem Glück waren wir wohl seiner Aufmerksamkeit nicht wert gewesen.

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Ritter des Meeres
(aus Hinnerks Klamaukkiste, erzählt in ner LandeierKneipe)

“Hah, eure Ritter sind ja schön und gut, aber haben sie schon jemals gegen einen Ritter der Meere gekämpft? Wie, ihr wisst nicht was die Ritter der Meere sind? Vermaledeite Landeier. Wahrscheinlich wisst ihr nichmal was Krabben sind. Findste an jedem Strand der Westküste die Dinger. Kleine Tierchen sind das, passen so in meine Hand. Haben so nen Runden Körper, so 6 Beinchen und vorn zwei Klauenhände mit denen sie dich in den Allerwertesten zwicken wenn du nicht aufpasst, haha. Und komplett in harter Schale sind die gekleidet, kannste nichtmal ausversehen kaputttreten.
Auf jeden Fall, wir warn damals mit ner Händlerkarracke unterwegs nach Kuslik und hatten vor ner Insel geankert, weil die Bilgepumpe hinüber war und der Knauser von Käpt’n kein Reperaturholz geladen hatte. Mussten wir also auf der Insel n paar Bäume fällen. Ich hatt mich am Strand auf nen Felsen gesetzt um mir mit meiner Ration ne wohlverdiente Pause zu gönnen. Und wie ich da so saß fing der Stein unter mir plötzlich an sich zu bewegen! Ich natürlich sofort runter da und Säbel gezückt. Der Fels weiter am Rumoren, und dann fängt der doch tatsächlich an sich selbst auszubuddeln! Genau, ne Krabbe wars, aber was ein Riesending. Bestimmt drei Schritt groß und etliche breiter. Allein mit den Beinen hätt die dich aufspießen können! Und die Klauen erst, richtige Riesenscheren waren das! Könnten dir glatt den Kopf vom Rumpf trennen sag ich dir. Und das Ungetüm schien garnicht gut aufgelegt zu sein. Vielleicht hatte ich seinen Schönheitsschlaf gestört oder so. Auf mich losgegangen ists und hat mit seinen Scheren bedrohlich geschnappt, so ungefähr, schnappschnapp. Wollt mir wohl Angst einjagen, aber da hatte es sich gewaltig vertan. Ich hab garnicht lang gewartet und direkt nen Angriff gestartet. Nur hat mein guter Säbel auf dem Panzer nichtmal ne Delle hinterlassen. Das Ding war härter als Efferds Dickschädel, ich sags dir! Heißen nicht umsonst Ritter der Meere, da geht nix durch. Und da steckt ich nun inner Klemme, denn jetzt musste ich mich mit nur einem Säbel gegen zwei riesige Klauen erwehren. Mit ner Wucht hat das Monstrum seine Schwerthände geschwungen, ich konntse kaum abwehren. Eins, zwei, eins, zwei, so ging das. Aber das Vieh hatte mich unterschätzt. Beim nächsten Hieb hab ich die Lücke in seinen Angriffen gefunden und zack! Eine der Scheren am Gelenk abgehackt. Die Gelenke sind nämlich die Schwachpunkte in der Panzerung, ist ja klar. Hab mir die dann direkt geschnappt, die Scherenhand. So standen wir uns dann gegenüber, jeder ein Schwert in der Hand quasi. “Wie wärs jetzt mit nem fairen Kampf?!” hab ich gebrüllt, aber da hat die Angstkrabbe schon abgedreht und ist ins Meer gerannt. War auch besser so für sie. Mit Hinnerk Sandström legt man sich eben nich an, auch nicht als Ritter der Meere.
Wie, was ich mit der Klaue gemacht hab? Na geknackt und gegessen natürlich. Krabbenfleisch ist richtig zubereitet ein echter Geheimtipp."

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Von Sieg, Sand und Blut

Musik!

Ich versuche aufzustehen, benommen von dem Schlag an unserem Kopf. Die Sonne steht tief, und der Sand unter unseren Füßen ist rot und feucht von dem Blut der Kämpfer vor uns, gibt kaum halt. Ehe wir es schaffen uns aufzurichten, wirft ein Triff uns wieder um.
„Maqatl? Aldhib? Ha!” Der Kämpfer dreht sich zum Publikum, fordert. Die Leute johlen und brüllen, zollen ihn mit ihren Schreien und Geifer Tribut. Die Arena ist voll mit ihnen, mehr Menschen als ich jemals in meinem Leben sah. Ihr Gestank verpestet die Luft, quält meine Lunge. Die Hitze macht es noch unerträglicher, raubt mir Kraft und Atem. Kaum das ich nur ein Fetzen meiner Kräfte gesammelt habe, ist meine Gnadenpause vorbei. Der Kämpfer dreht sich wieder zu uns – Nein, zu MIR – und höhnt. „Alhusul ealaa ma yasla! Walkafaha!“
Ich verstehen die Sprache nicht, aber was er sagt ist klar. „Schwächling. Steh auf und kämpfe.“ Ich stehe auf, und kämpfe. Und verliere.

Er verliert.
Der Schwächling verliert und ich übernehme, schiebe ihn in die Schwärze. Der andere lässt sich feiern, glaubt schon gewonnen zu haben. Ich richte mich auf. Die Vielen jubeln, und halten inne. Stille breitet sich aus. Alle Augen ruhen auf uns, unserer Verwandlung. Ich lasse mir Zeit, genieße die Angst in ihren Augen. Mein Fell sprießt, seine Knochen knacken, brechen sich damit meine Platz haben. Ich grinse, zeige meine Fänge. Unsere Gestalt thront über dem Kämpfer, halb Wolf und halb Mensch. Der Gestank von Angstschweiß vermischt sich mit dem süßen Geruch des Blutes, lockt mich. Ich schaffe es noch einen Moment mich zurück zu halten, einen Moment zu genießen, dann stürze ich mich auf ihn.
Der Kampf dauert nicht lange, länger als er eigentlich sollte, aber ich kann es nicht lassen mit meiner Beute zu spielen. Wieder und wieder reiß ich in um, und lass ihn mit ein paar blutigen Wunden mehr laufen. Die Vielen jubeln jetzt für mich, feiern meine Aufführung. Ich bin hin und her gerissen, ob es mich nervt, mein Spiel teilen zu müssen, oder ob ich es genieße, nach Monaten der Stille wieder gesehen, gehört zu werden. Doch als das Knacken eines gebrochenen Knochen vom der Begeisterung des Publikums fast übertönt wird, entschiede ich mich. Als ich den nächsten Knochen breche, ertönt mit ihrem Geschrei mein Siegesgeheul.

-————————
Wir wachen auf, schweißgebadet, mit Fängen statt Zähnen. Alles drängt, aufzuspringen, zu kämpfen, doch Stille umgibt uns. Langsam, beruhigen wir uns, lauschen dem Atem der unseren. Es ist ruhig, alle schlafen, nur Hinnerk hält Wache und Irion wälzt sich unruhig umher. Seitdem er verletzt ist, träumen wir gemeinsame Träume von den Tagen als wir Einer-und-Ein-Anderer waren. Ob Bren sie mir zeigt um sich zu erklären? Ob es Alpträume sind, die ihn verfolgen, weil ich uns schuldig fühle? Ob ich sie ihm zeige, damit er sich mir erklärt? Ich weiß es nicht, wir schweigen uns an.
Irion ächzt und wimmert im Schlaf, und sein Leiden folgt uns in den nächsten Traum.
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Wir träumen von Fieber, von Krankheit. Mein Bruder wird vom Traum verschlungen, vergisst das er schläft. Ich sehe zu wie er wimmert und winselt, doch wir wachen nicht auf. Ist es sein Mitleid das uns diese Tage noch einmal durchleiden lässt?

Sie bewarfen uns mit Pulvern um mich zu rufen, und mit Pulvern um mich zu vertreiben. Zu oft in zu kurzer Zeit, und unser Körper wurde schwach und heiß, hielt meinen Bruder in Fieberträumen gefangen. Ich half ihm nicht, ließ ihn einsam leiden, genoss „meine Rache“. Er hatte mich, kaum dass ich ihn fand, in seinem Geist allein gelassen, hörte meine Rufe nicht, hatte sich in seinem Verlust verloren und mich verdrängt. Und jetzt konnte ich ihn alleine lassen, sein Betteln ignorieren.
Ich beobachte meinen Bruder gefangen in Träumen, beobachte mein vergangenes Ich, und… schäme mich? Ja, tatsächlich, Scham breitet sich in mir aus, Reue, dass ich meinen Engsten so alleine gelassen hatte. Während ich die Tage in Kampf und Schlacht, in Blut und Mord feierte, jagten ihn nachts die Geister seines Rudels, hielten ihn in Ketten gefangen wo ich frei zum toben und töten war. Tag um Tag brach ich Knochen die er heilen musste, zerfleischte Körper die er wieder ausspuckte, Jahr um Jahr wuchs ich während er verkümmerte, wurde es immer mehr mein Körper, den ich ihm lieh damit er sich darum kümmerte.
Der Traum ließ die Jahre verfließen, schwemmte uns durch die alten Leiden, den alten Hass. Ich sah mir zu wie ich meine Hälfte mehr und mehr vernichtete, wie immer er immer weniger präsent wurde. Ich musste erleben wie meine Rache ihn schließlich eines Tages gänzlich aus unserem Geist vertrieb, ihn endgültig in die Schwärze band, die mich einst gefangen hielt. Ich spürte noch einmal die Einsamkeit, die ich damals für Sieg hielt, beobachte meinen Hochmut, und begann mich auf meinen Fall zu freuen.

Die letzten Tage unserer Gefangenschaft verbrachte ich als Zwischenwesen, halb und halb, genoss den Körper den ich als „Beute“ ihm abgerungen hatte. Ihre Pulver konnten mich nicht mehr vertreiben, zu fest war mein Griff. Ich feierte die Schlachtfeste, die Ekstase des Blutes, zerfleischte alle die sie mir zum Fraß vorwarfen. Mein Fell wurde rot, das Blut das ich Tag um Tag vergoss wurde Teil von mir.

Der letzten Tag selbst war fast wie jeder andere Tag, aber mit kleinen Unterschieden die alles veränderten. Wie jeden Tag bewarfen sie mich mit Pulver ehe sie mich zum Kampf brachten, aber anders als sonst brachte es mein Blut nicht in Wallung, sondern machte mich schwach, müde, wie jeden Tag brachten sie mich in Ketten in die Arena, aber dieses Mal lösten sie sie nicht, sondern hielten sie fest, zwangen mich in die Knie als der Kämpfer die Arena betrat. Ein Kämpfer, anders als alle zuvor. Kein Mensch stand vor mir, sondern ein Wesen aus Metall. Kein Stück Fleisch war zu sehen, eine umschließende Maske verbarg sein Gesicht, zeigte nur die Fratze eines Löwen in Gold, sein Körper war in weißen Stahl gehüllt, verziert mit noch mehr Gold, seine Arme in geschmiedete Pranken mit Klauen aus Eisen. Die Sonne ließ es erstrahlen, machte es fast unmöglich es anzusehen.
Das Publikum jubelte, nicht für mich, sondern für dieses fast göttliche Wesen. Damals war ich blind und taub für das Schauspiel, aber heute, nach Jahren unter Menschen, wenn ich noch einmal die Szene erlebe, mich gebeugt, wild, Fangzähne bleckend und noch mit getrockneten Blut beschmutzt sehe, und daneben die Statue aus Gold und Stahl, glänzen in der Sonne, und unmenschlich starr, verstehe ich warum ich diesen Kampf nicht gewinne durfte.
„Seht her“, schien die Szene zu sagen. „Seht her und staunt. Es ist ein Übel in dieser Welt, eine Bestie in Menschengestalt, ein Schandfleck auf unserer Herrlichkeit. Es hat alle die sich ihm entgegengestellt haben vernichtet, alle menschlichen Kämpfer zerfleischt, hat in Blut gefeiert und in Hass getanzt. Aber wo ihr schwach sind, gibt es die Starken, die aus Gold und Stahl einen prachtvollen Gott geschmiedet haben, die das Übel zerschlagen werden, die euch schützen, und denen ihr dienen sollt, weil sie besser sind.“

Wie furchtbar es für sie gewesen sein muss, als mein Bruder ihren Gott in Stücke riss.

Mein Anteil an Kampf war kurz und erbärmlich. Ihr Pulver machte mich träge, mein Körper schwach und kalt, die Ketten unendlich schwer. Ich taumelte mehr als dass ich tanzte, und obwohl das Wesen sich nur langsam bewegte, konnte ich mich kaum wehren, oder auch nur ausweichen. Der Kampf hätte nicht lange dauern sollen, doch es ließ sich Zeit, verpasste mir nur leichte Schnitte ehe es mich wieder fliehen ließ, macht aus meinem Tod eine Aufführung, ein Ritual. Mein Blut wurde über die Arena verteilt, benetzte den Sand und Staub, ließ meinen Stand noch unsicherer werden. Ein Hieb, ich gehe zu Boden, schaffe es nicht mich aufzurappeln. Das Wesen thront über mir, seine Maske kalt, und mir wird immer kälter und das Meer ruft. Ich spüre noch wie es seinen Fuß auf meine Brust presst, wie meine Knochen langsam nachgeben, und ich sehe schwarz.
Und dann rot.

Was folgt sind Fetzten. Pranken, die stählerne Arme biegen. Jubel, der zu Stille wird. Stille, die Schreien platzt macht. Ein Sprung, der eine eiserne Mauer umreißt. Ein Gott aus Stahl der unter uns liegt. Eine Löwenmaske, die Augen voller Angst verbirgt. Fänge, die sich erst in hartes Gold, und dann in weiches Fleisch bohren. Blinde Wut, die Wahrheit zeigt. Ein Mensch, der sich als Gott verkleidet. Ein Gott, mit Blut besudelt, zerbrochen. Ein Übel in der Welt, das Götter frisst. Sieg. Sand und Blut. Ketten und Kämpfen. Feinde um uns, Feinde in uns. Niederlage. Schwarz das das Rot verschlingt.
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Als wir aufwachen, sind wir wieder in unserem Lager. Wir hören wie Hinnerk Vivi weckt, sie leise Worte wechseln. Irion wälzt sich weiter umher, Amariel atmet fast unhörbar.
„Bruder.“ Wir müssen reden. Das Schweigen macht uns nur schwächer. Wir müssen uns wieder zuhören. Erneut rufe ich. „Bruder.“ Ich lasse Bren zu mir, wir sehen uns an. „Was geschehen ist…“ „ ist geschehen. Was ich damals getan habe, war Strafe für was ich damals tat. Aber was jetzt passiert ist, war anders.“ Wir schweigen einen Moment, geben mir Zeit mich zu sammeln. Ich spüre wie Bren anhebt, gebe ihm unsere Lungen damit er Seufzen kann. „Als ich merkte wie du die Sinne verlorst, übernahm ich. Doch als ich in unserem Körper war, waren die unseren nicht da. Um ums waren nur Feinde, und der Geruch von Sand und Blut lag ihn der Luft. Ich riss den ersten und begann…
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(Tayrach ist der blinde Gott der Wut und der Wahrheit. Er war der einzige, der als die nachtschwarze Spinne die Götter blendete, ihr wahres Übel erkannte. Er zerschlug ihre Fäden, und verbannte sie in die Tiefen, zusammen mit ihrer Brut, den Mochûla, die sie in den warmen Ländern als Dämonen kennen. Sein Geschenk ist der Blutrausch, der uns die Kraft gibt, alles verblendente zu zerschmettern, und alle Mochûla zu vernichten, vor allem aber alle Lügen zu offenbaren. Was heißt es nun, dass wir im Rausch fast die unseren erschlagen haben? Ist es Strafe, das wir von dem Mochûla in dem Tempel der Baronin flohen? Ist es die Wahrheit, das wir nichtmehr für ein Rudel geschaffen sind? Wir sind schwach, haben lange unseren Auftrag vergessen, verdrängt. Wir kämpften nicht für die Götter oder die Welt, nicht einmal für unsere Brüder Wölfe, sondern nur für die unseren. Wir hoffen das es nur eine Warnung war, werden uns dieses mal nicht vom Kampf gegen das Übel ablenken lassen. Wir werden weitere Kämpfer suchen, weitere Rudel die gegen das Übel vorziehen. Den Alpha der Kämpfer, Vivi’s Mantler, den Brenchi der Schlange, Minathriel, den Hüter des Waldes, die Kinder des Barons, alle die willig sind zu hören. Wir haben uns viel von den Göttern hier erzählen lassen, es ist Zeit das wir ihnen von unseren Dämonen erzählen. Vielleicht vergibt Tayrach uns, wenn wir mit unseren Rudel gegen das Übel selbst kämpfen, vielleicht wenn wir mehr Kämpfer auf seine Seite ziehen. Vielleicht müssen wir nicht auch dieses Rudel verlieren.

Aber vielleicht haben wir unsere Chance verloren, als wir unser erstes Rudel verloren, ohne mit ihm zu kämpfen. Vielleicht ist alles was uns bleibt, der Kampf gegen das Übel, und Tod im Nebel. Denn im Traum war unser Name Nebelzunge, und an unseren Händen klebt das Blut unseres Rudels.)

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