Die Rudelchroniken

Händler, Hühner, Hasenfreunde

Zwischenspiel nach der Schenke zum Singenden Schwert

Den Göttern sei Dank, vergingen die Namenlosen Tage auch dieses Jahr und am 1. Praios des neuen Jahres 1029 nach dem Fall Bosparans, zeigte sich die Praiosscheibe und kündete vom Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Die Nacht der Schrecken und die darauffolgenden Nächte ohne Ruhe- dafür mit vielen Alpträumen- lagen nun in der Vergangenheit. Nolan und Halia versuchten das Leben in der Schenke fort zu führen so gut es eben ging, und bald schon bot sich eine wundervolle Gelegenheit, um sich von den Schrecken der Vergangenheit abzulenken:

Eine Händlerkarawane aus dem Bornland traf ein, und Nolan und Halia verwendeten all ihre Gedanken darauf alte Ware los zu werden und Neues anzukaufen. Vorräte wurden aufgestockt, und die Funde aus dem Keller der Schänke verkauft. Auch die Helden mischten sich ins Getümmel und machten Schnäpchen und verkauften Dinge, die sie zu Geld machen wollten…

Nur Amariel stand etwas abseits und beobachtete das Ganze aus sicherer Entfernung:

“Halia, erklär mir das noch mal: Wieso tauschen Menschen, die nicht mal schmieden können, Metal gegen Nahrung? Sie können doch mit dem Metal überhaupt nichts anfangen!” – gemeint war das Geld, für welches Nolan so eben Vorräte erstanden hatte.
Halia suchte verwirrt Metal auf den Wagen aber Amariel hatte schon wieder etwas ganz anderes entdeckt:. Hühner. Hühner in Käfigen. Wenn es etwas gab, das den Elfen viel bedeutete, dann war es die Freiheit. Sie wurde wütend und ging nun auf die ältere bornländische Händlerin zu, die bei den Hühnern stand. “Entschuldigen Sie, junge Dame, ich werde diese Hühner jetzt freilassen.”
Irion hatte ihr einmal erklärt, dass Menschen immer sagten, was sie taten, bevor sie es taten. Amariel verstand das zwar nicht, aber da sie ja jetzt gesagt hatte, was sie tun würde, würde es bestimmt niemanden stören, wenn sie die eingesperrten Tiere wieder in die Natur entließe. Gesagt getan:

Sie ging zum Käfig und zog ihren Speer, um ihn aufzuhebeln.
Die Bornländerin fuchtelte wild mit den Händen. Hatte sie sich verletzt? Sie fing auch an, laut Dinge von sich zu geben, doch Amariel konnte ihren Akzent nicht verstehen.
Nun ja, Menschen in Not, wollte geholfen werden, also – ganz die nette Person die sie war – legte sie den Speer zunächst bei Seite und ging jetzt auf die Dame zu, um mal nach dem Rechten zu sehen. Amariel lächelte die Frau an, um zu zeigen, dass sie freundlich gesinnt war, doch die Dame schaute nur grimmig zurück, zeigte auf die Hühner und schüttelte den Kopf.

Amariel war verwirrt, doch die Frau hatte aufgehört zu gestikulieren, und schien außerdem genau wie sie, sehr uneinverstanden damit zu sein, dass die Hühner dort in Käfigen hockten. Amariel war erfreut eine Verbündete gefunden zu haben und drehte sich wieder um, um die Hühner nun entgültig zu befreien…

Irion war die Misskommunikation aufgefallen und er tat sein bestes, um zwischen den Beiden zu vermitteln. Auf der einen Seite Amariel, die unmissverständlich klar gemacht hatte, dass sie die Hühner nun befreien würde und auf der anderen Seite die Händlerin, die versuchte mit Amariel einen Preis auszuhandeln – auch wenn Amariel davon nichts mitbekommen hatte. Irion seufzte und bezahlte die Hühner bei der aufgebrachten Händlerin, die behauptete Amariel hätte sie außerdem mit dem Speer bedroht! Schließlich kamen auch Nolan und Halia dazu und Amariel konnte Halia davon überzeugen die Hühner als Erweiterung der Schänke aufzunehmen.

“Lass den Kiindern ihren Kopf” dachte Irion und sogar Nolan ließ sich breit schlagen (und zahlte Irion die Hühner zurück). Und so kam die Schenke zum singenden Schwert zu ein paar Hühnern.
Bald schon zog die Händlerkarawane weiter….

Es dauerte noch einen Tag, bis die Helden ihre 7 Sachen zusammen gesammelt hatte und am Abend des nächsten Tages, Andrasch und Torkin waren grade draußen um einen kleinen Übungskampf zu bestreiten, nährte sich der Schänke eine Gestalt. Vivi sah sie als erstes: sie war in braune Fellumhänge gekleidet, ein langer zotteliger Bart quoll unter einer Kapuze hervor, und unter seinem Arm, trug die Person einen Hasen.
Als auch die anderen den Neuankömmling bemerkt hatten, brachten sie sich in Bereitschaft – immerhin war man von den Namenlosen Tagen noch das Schlimmste gewohnt. Doch der Mann schien unbeirrt und kam über die kleine Brücke bis auf den Vorhof der Schänke. Er schaute sich um und fragte dann mit ruhiger Stimme Nolan: “Guter Mann, habt ihr eine Feuerstelle und einen Topf, den ich benutzen dürfte?”. Nolan guckte verwirrt. Das war nicht grade die Frage gewesen, die er erwartet hatte, jedoch wollte er dem Fremden nicht das Traviarecht ausschlagen und nickte. Der Mann, weiiterhin die anderen kaum beachtend, folge Nolan mit dem Hasen in die Küche. Dort angekommen setzte er Wasser auf und schnibbelte Kräuter klein. Alle waren sich einig, dass es bald Hasensuppe geben würde und Amariel wollte schon einschreiten, da legte der Mann den Hasen auf den Tisch und… und verband ihn. Er hatte dem Hasen einen Verband getränkt in Kräutersud um den Hinterlauf gelegt, an dem nun deutlich zu erkennen war, dass der Hase keineswegs tot war, viel mehr an Schmerzen leiden musste. Auf jegliche Versuche ein Gespräch zu führen, reagierte der Mann kurz angebunden und schließlich, als er getan hatte, was er wollte, machte er sich auf den Rückweeg zum Wald. “Firun schütze euch” murmelte ehr zum Abschied, bevor er wieder in den Wald verschwand…

—> Was danach geschah

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