Die Rudelchroniken

Knochengeschichten 2 - Erstes Blut

„Amariel, komm!“ Eine junge Elfe sprang aus dem Geäst und federte sich geschickt ab. „Was ist denn liamia?“
„Wir gehen auf die Jagdt, jedoch leitest du dieses Mal mich.“
„Glaubst du ich bin bereit dafür?“
„Der Älteste hat mich darum gebeten.“ Sanyarian lächelte Amariel verschmitz an. „Außerdem werde ich nicht von deiner Seite weichen.“

Meine erste Jagd, bei der ich selbst das Wild wähle und dieses mich hoffentlich als seinen Jäger. Wir begeben uns in tiefere Gebiete des Waldes, wo nur die Natur herrscht. Es ist schön den Wald in seinem erwachten Frühlingskleid zu sehen. Überall kommt neues Leben zum Vorschein. Neue Baumsprösslinge wagen sich an das Licht, um einmal Urtume des Waldes zu werden. Und auch die Tiere erwachen. Das erste Tier was ich bemerke ist ein Kaninchen. Ich spanne meinen Bogen und ziele als ich ein Rascheln in der Nähe des Kaninchens bemerke. Eine kleine Nase kommt aus dem Gras rausgekrabbelt: ein Jungtier. Die, wie ich jetzt erkenne, Mutter des Tieres geht wieder zu ihrem Bau, schubbst das Junge hinein und folgt ihm. „Dieses Tier ist nicht das Richtige, es hat noch eine wichtigere Aufgabe.“,sagte Amariel zu Sanyarian, der daraufhin nickte.
Wir streifen weiter durch den Wald. Bald finde ich viele Spuren von Rehen. Es muss eine größere Gruppe sein, die nicht allzu weit weg ist. Das erste Tier das in Sicht kommt ist noch recht jung und man sieht eine leichte Wölbung des Bauches. „Dieses Tier kommt nicht in Frage. Wenn wir sie nehmen würden, nehmen wir dem Wald zwei Leben und haben nur Nahrung von einem. Das wäre ungerecht.“ Wieder nickt Sanyarian.
Wir warten bis die Herde an uns vorbei ist. In einigem Abstand zu den restlichen Tieren, sehe ich noch ein letztes Reh. Es scheint eine Verletzung am Bein zu haben und kommt deswegen den Anderen nicht schnell genug hinterher. Ich habe mich für dieses Tier entschieden: Ich spanne, ziele und schieße. Als der Pfeil trifft, hüpft das Reh instinktiv weg, bricht aber schnell zusammen. Ich gehe zu dem verletzen Tier und seine Augen schauen direkt in meine. Mir scheint als würde es verstehen, dass dies sein Schicksal ist und seine letzte Aufgabe. Ich erlöse es von seinen Qualen und knie mich zu ihm hinunter, um ihn ins Ohr zu flüstern: „nurd’dhao, ti maht’e nurdra sala“. Sanyarian steht hinter mir und legt anerkennend eine Hand auf meine Schulter. „Jetzt hast du dein erstes Blut vergossen, um unserer Sippe das Überleben zu garantieren.“

Comments

Jaja, die Baumkuschler. Leben im Einklang mit der Natur, nicht mehr nehmen als man braucht, achte auf das Gleichgewicht, blablabla.
Just kidding. Immer interessant zu sehen mit welcher Art Elf man es jetzt eigentlich zu tun hat, welche Rituale es gibt. Darf man fragen was der Satz auf Elfisch bedeutet?

Knochengeschichten 2 - Erstes Blut
 

Sry have den Kommentar erst jetzt gesehen :D
Sowas wie “Danke, dass du deine Lebenskraft für meine Sippe gibst”

Knochengeschichten 2 - Erstes Blut
Amariel

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