Die Rudelchroniken

Von Wolken und Wölfen

Die Wolken sammeln sich.
Sie sammeln sich seit Tagen, drücken auf uns ein, ihre Schatten über uns, ihre Präsenz überall. Selbst der Wald verschafft uns keine Ruhe mehr, Bren und ich streifen eilig umher, suchen Spuren die uns nichts neues verraten.
Unser Blick hängt an den Wolken, und an dem Berg um den sie sich sammeln. Halla-dûn, Mochûla-Palla-dûn, Geister und Dämonen. Wie mächtig ist der Brenchi, der sie beschwört? Wir wissen es nicht, doch die reine Masse des Gewitters gibt uns eine dunkle Ahnung. Selbst hier, fern des Berges, spürt und hört man den rauen Wind. Wind und…
Wir spitzen die Ohren. Kaum hörbar dringen Gesänge und Stimmen zu uns, unverständlich, doch klar in ihrem Übel. Orkisch, vermutlich Geisterrufe.
Lohnt es sich, nach ihrem Ursprung zu suchen? Bren wird unruhig.
Warten hilft nicht. Die Anderen kämpfen um den Lauten. Wir sorgen dafür, das sie es weiter können. Und wir wissen zu wenig. Keine Idee wann und warum die Orks angreifen. Wir ziehen los, der Berg ruft.

(Den Fehler, zu lange zu warten, können wir uns nicht nocheinmal leisten. Denn die Wolken sammeln sich schon seit wir in der Stadt waren, seit ich zusehe wie Andrasch kränker wird, und nur nähe. Warten hat die Heilerin nicht gerettert, warten hat die Paktierer nicht getötet.)

Am Fuß des Berges finden wir frische Spuren. Weiter? Oder warten? Bren schnaubt. Weiter.
Wir schleichen uns auf den Berg, auf leisen Pfoten. Kaum noch Licht dringt durch die dunklen Wolken, die über uns hängen. Die einzelnen Bäume reichen als Deckung. Der Gesang, vermischt mit dem immerrauschenden Wind scheint nun überall, das bedrückende Gefühl aus dem Wald wird immer stärken. Unsere Nackenhaare stehen steif. Gefahr liegt in der Luft.

Die Fährte, der wir folgen, lockt uns fast in die Arme der Orks. Zwei Wachen, halten Ausschau, maulen vor sich hin. Ein weiterer, prächtigerer kommt dazu, keift sie an. Wir lauschen. Brazoragh? Eine Vision? Der Beistand eines Gottes ist Neuigkeit genug. Ich weiche zurück, werde entdeckt. Flucht.
Die Rufe der Orks folgen mir als ich renne. Ihn. In der Mitte. Der Anführer? Trenne ihn von den anderen. Hm… Tote Orks führen nicht. Bren lächelt, die Fänge blitzen. Ich bleibe in seinem Sichtfeld, versuche ihn nicht zu verlieren. Leichter als es sein sollte, das fahle Licht und die schiefe Umgebung sind ihm kein Hindernis. Klippe! Ich springe, Bren rollt uns ab. Der Ork flucht, landet, verfolgt uns, nähert sich. Noch eine Klippe, noch ein Sprung. Die anderen beiden sind nicht mehr zu sehen. Bei der nächsten. Wir landen, halten uns bereit. Doch der Ork zögert nicht, springt mt Arbach voran auf uns herab. Er landet, schmettert seine Klinge in den Boden, Erde spritzt. Ich erwiedere, der Kampf beginnt. Äxte treffen, schlagen flache Wunden, doch er geht nicht zu fall, zu fest sein Standt. Mächtige Säbelstreiche verfehlen mich knapp, einer davon wohl genug um uns in zwei zu hacken. Ein falscher Schritt, und der letzte Abhang klafft hinter mir. Springen? Zu gefährlich. Was dann? DA! Ein wuchtiger Schlag, außer Kontrolle. Der Arbach schlägt auf einen Stein im Boden, springt ihm aus der Hand. Schläge prasseln auf ihn ein, wir können uns von dem Abhang lösen. Waffe wieder in der Hand, und er steht immernoch. Bren wird unruhiger, drängt immer mehr an die Oberfläche. Und dann, die unweigerliche Katastrophe. Ein Hieb mit zuviel Wucht schießt am Ziel vorbei, und kann nicht gebremst werden. Meine eigene Axt rammt sich in meine Rippen, Knochen knacken. Ich höre noch Bren aufheulen und alles wird erst Rot, dann Schwarz…

(Und vielleicht sammeln sich die Wolken schon länger, schon seit dem Tag an dem wir Andrasch trafen. Hat der Infomarvelus recht? Ist Andrasch schon besessen seit wir ihn kennen? Hat die Kammer des Knochenschänders ihn vergiftet, ohne das wir es gemerkt hätten, so wie sie die Lichtbrenchi vergiftete? Waren seine wirren Geschichten Hilferufe eines verlorenen Geistes?

Es ist schwer, sich sorgen um sich selbst zu machen, wenn die Sorgen um Andere so viel lauter rufen…)

Comments

Wie Torkin leibt und lebt schreibt er auch :P
Diese spirituelle Sichtweise kommt ingame selbst nur vereinzelt vor, umso interessanter es, sie mal ausführlich zu lesen ^^

Von Wolken und Wölfen
 

Das ist ja tatsächlich weniger eine Stimme im Kopf, als vielmehr zwei Stimmen die sich denselben Körper teilen. Wenn anscheinend auch nicht ganz.
Hübscher Schreibstil übrigens, fesselnd.

Von Wolken und Wölfen
Torkin_bren_Madadh

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