Die Rudelchroniken

Virieas betrunkene Monologe - Teil 1
- bitte mit ordentlichem Lallen lesen -

Viriea in einer Schenke mit einem im Saufkoma liegendem Tischgenossen

„Ja, ja! Noch ein Bier, bitte! Wie? Ach, macht einfach eine Strichliste!
Wisst Ihr was das Tolle daran ist, kein Ziel zu haben? Man erlebt die unglaublichsten Dinge, trifft die seltsamsten Leute und sieht die Welt, wie sie wohl nur Wenige zu Gesicht bekommen.
Ich bin Thorwalerin – oder war es mal… irgendwie. Jetzt bin ich seit geraumer Zeit auf Reisen und schon weit herumgekommen in den nördlichen Landen. Zumindest dachte ich das.
Dabei sind mir ein paar merkwürdige Gestalten über den Weg gelaufen – und dabei meine ich nicht, was sich so in den Unterstädten und dunklen Gassen herumtreibt.
Eine seltsame Gruppierung von Personen hat sich um mich herum gebildet. Oder irgendwie bin ich dort hineingeraten, wie man’s nimmt. Irgendwann nahm man einfach an, man würde sich wiedersehen, wie gesagt, wirklich merkwürdige Leute…
Eine Elfe, ein Gildenmagier, ein Gjalskerländer auf Umwegen und immer mal wieder ein kampfwütiger Zwerg. Wo auf der Welt findet man eine solche Zusammenstellung? Wir – ich!- wurde als Geleitschutz für eine Baronstochter angeheuert, ist das zu fassen? Die Tochter des Barons von Donnerbach haben wir nicht nur vor Ghulen gerettet, sondern auch noch wohlbehalten nach hause bringen können. Na ja, ihr Leibwächter hat den Zwischenfall nicht so gut überstanden, damals, die Ghule… wie dem auch sei! Einen Toast auf den armen Kerl, prost!
Und ein dankbarer Baron ist ein guter Baron, oh ja, das ist er! Noch nie in meinem Leben hab’ ich in einem so luxuriösem Bett schlafen, mich so extravagant kleiden oder so verdammt gut essen können. Und dieses Bier erst! Man ist es gewohnt, draußen unter Bäumen und zwischen Pflanzen zu schlafen, wie so viele Reisende. Aber dieser Baron! Er hatte sogar den Pflanzen ein Dach über dem Kopf gebaut! Was würde ich dafür geben … Da standen Wasserpfeifen und Rauchkraut, die bequemsten Flechtstühle, die ich je gesehen habe, einfach so herum. Jeder konnte sich setzen, jeder der wollte konnte Rauchen. Hunger kam gar nicht erst auf, bei den Ausmaßen der Buffets die angerichtet wurden, quasi den ganzen Tag über. Habt ihr euch schon einmal vom Essen erholen müssen?
Bei Swafnir – Ihr hättet Torkin sehen sollen in seinem maßgeschneiderten Anzug! Zum Brüllen, dieser Muskelberg mit Rüschen und viel zu hohem Kragen! Ha… es war großartig. Auch Amariel und Irion wurden eingekleidet, ich ebenso. Von diesem ulkigen Kobold, der sich da herumtrieb. Er tauchte einfach auf, nahm Maß und schneiderte jedem Ballkleidung. Die spinnen doch alle. Aber was Kleidung so ausmacht…
Ehe man sich versieht ist man bei Versammlungen dabei, in denen über riesigen Reichtum, Land und Besitztümer entschieden wird. Politik, versteht ihr? Das ich so was mal erleben würde! Wobei, da sind auch einige seltsame Leute dabei. Dieser Geweihte mit seiner Tättowierung, irgendwann wurde er schon irgendwie unheimlich. Oh – und Martha! Uäh, dieses Mädchen konnte ihren Mund auch nie halten. Dabei schien sie nicht mal Ahnung zu haben, was sie eigentlich tut. Ausgewürfelt soll sie ihren Besitz haben! Ich wünschte ich könnte auch so leichtfertig über Ländereien entscheiden Och – dies und das hätte ihr gerne. Aber eigentlich ist es mir egal, gebt mir einfach IRGENDwas! Und dann kriegt sie was. Ich versteh’s nicht. Nun ja, darauf ein Bier! Wollt ihr auch noch? Hallo? Na, dann eben nicht. Wo war ich?
Diese reichen Leute geizen nicht bei Festen, glaubt mir. Haha … ah, entschuldigt. Wisst Ihr, was man an Magierakademien auch lehren sollte? Tanzen, oh ja! Obwohl, nein, besser doch nicht – sonst wäre mir ein urkomischer Anblick nicht vergönnt gewesen.Was für ein Fest. Was man nicht alles tut, um Wohlständige zu beeindrucken.
Oh, genau! Davor war dann auch noch eine großspurig angekündigte Fuchsjagd. Ich hab’ keine Ahnung von solcherlei Dingen, aber es schien ein anerkanntes Spektakel zu sein unter reichen Leuten. Ooooh, aber wie sie alle geschaut haben, als keiner von ihnen etwas vor die Flinte bekam. Unsere Amariel hat es nicht so gerne, wenn Tiere zum Spaß getötet werden, wisst Ihr? Und schon hieß es, böses Omen hier, großes Unglück da – diese Narren.
Es ist richtig bitter, nach so viel Wohlstand, den man selbst einmal erfahren hat, wieder hinaus in die Wildnis zu gehen und zu schauen, wohin der Wind einen trägt. Wie ein Traum, der einem unwirklicher vorkommt, je mehr Tage vergehen und je mehr Schritte getan wurden.
Aber nun, so ging die Reise weiter. Auch andere – sogar solche, die eine klare Richtung eingeschlagen haben – können ähnlich kurioses erleben, auch wenn sie sicher anderes geplant hatten. So begegnete uns – bei den Winden, ich sage tatsächlich „uns“ mittlerweile, haha! – ein Seemann, Hinnek. Sein Kompass war kaputt. Hat ihn ganz von Havena bis in diese Gegend geführt – und schon geriet er in unsere Schicksale hinein. So wie wir in seines – Verflucht, das sind aber kleine Bierkrüge hier, oder? Nich? Na was soll’s – Aber das ist eine andere Geschichte. ..“

View
Das Consilium destributio regiones
Abenteuer auf Burg Tannfels

Abenteuer auf Burg Tannfels

Eine traumatisierte Adelige im Gepäck, die noch zuhause abgeliefert werden musste der noch Geleitschutz bis nach Hause gewährt werden sollte, machte sich die frischgebackene Heldengruppe auf den Weg zur Sommerresidenz des Barons Ulrich von Hornhagen, dem Vater Ilorens, zu dem Amariel und Irion zufälligerweise auch in eigener Sache unterwegs waren. Grund war das “Consilium destributio Regiones”, eine Versammlung mächtiger Herren, die über den Besitz der umliegenden Regionen verhandelten. Irion war dort als abgesandter der Akademie zu Donnerbach und Amariel als Vertreterin der dort lebenden Elfensippen.

Das Gut war etwa eine Woche auf Schusters Rappen von der Schenke entfernt und lag oberhalb des kleineren Dorfes Tannfels, von welchem aus ein serpentinenartiger Pfad hoch auf die Burg führte. Diese war wahrlich das eindrucksvollste, was die Meisten der Helden an Gebäuden je zu Gesicht bekommen hatten: Eine Mauer umschloss das ganze Grundstück, welches die Burg, die Nebengebäude und die Gartenanlage drumherum einschloss.

Die Helden wurden von einem Untergebenen empfangen und jedem wurde ein Zimmer gezeigt, in dem er sich aufhalten und schlafen konnte. Abends sollte es ein Dankesessen für die Rettung der Baronstochter geben (welche sich nach ihrer Ankunft, schnell in ihre Gemächer verzog) und bis dahin konnten sich die Helden etwas auf dem Gelände umsehen. Ehrfürchtig sahen sie sich im Empfangsaal um. Ein riesiger mit Steinplatten gepflasterter Raum den Rechts und Links auf halber Höhe eine Galerie umfasste, die man über die große Haupttreppe in der Mitte erreichen konnte. Sowohl auf Höhe der Galerie wie auch darunter, hingen Gemälde, die ehmalige oder amtierende Politiker oder historische Figuren aus der Famielie der Hornhagens, wie die Gründerin der Graumark, zeigten. Neben dem Empfangssaal gab es noch viele kleine Räume und Gänge, einen Wintergarten, den großen Thronsaal, die Gemächer der hohen Herrschaften sowie Arbeitsräume, eine Bibliothek, Bäder, eine große Küche, Gesindekammern und vieles mehr. Vor allem im Wintergarten, wo stets Rauchkraut und Wasserpfeife, so wie Korbstühle bereit standen um es sich gemütlich zu machen.

Nachdem jeder sein Zimmer gesehen und die Umgebung seinem Charakter entsprechend erkundet hatte, war es bald auch schon Abend und die Helden und anderen Gäste auf der Burg versammelten sich beim Festessen im Thronsaal. Bereits jetzt konnten die Helden verschiedene Teilnehmer der später folgenden Versammlungen kennen lernen, zu denen auch Amariel und Irion unterwegs gewesen waren. Zudem fanden sich noch dutzende hohe Herrschaften und Hofdamen ein, die nur dem Festessen und der Jagd am nächsten Tage beiwohnen wollten, nicht aber zum Consilium gehörten

Es wurde getanzt, gelacht, gegessen, gesungen und sich unterhalten… Jeder wie er konnte.

Der nächste Tag verlief gemütlich, es wurde gegessen und sich ausgetauscht. Marta von Donnerbach, Kelo Rabelnlieb und Kragax, Abgesandter der Lowanger Schwarzmagier trafen ein und Abends sollte eine Jagd stattfinden.

Amariel jedoch, der die Tiere des Waldes am Herzen lagen, schlich sich mit Torkin zusammen vorher in den Wald um die Tiere zu warnen. So rief sie einen Vertreter jeder Art zu sich, und trug ihm auf, die anderen zu Warnen, auf dass die Jagd erfolglos sei.
Zuvor hatte sie einen Traum gehabt, in dem ihr ein weißer Hirsch erschienen war. Doch so sehr sie auch im Wald nach ihm suchte, Torkin befragte für sie sogar die Geister, sie konnten ihn hier nicht finden.

Als die Jagd später stattfand, und die hohen Herrschaften, Schaulustigen und Jäger sich versammelt hatten, da wohnten auch die Helden der Gesellschaft bei. Einzig Virieia blieb zurück im Schloss, um ihrerseits zu jagen sich ein bisschen aus zu ruhen.

Die Jagd war erfolglos. Kein einzig Tier zeigte sich den enttäuschten Jägern. So etwas hatte es noch nie gegeben! Entäuscht und ängstlich, Firun, der Gott der Jagd, würde sie strafen, löste sich die Gesellschaft bald auf. Der Baron und seine Angehörigen gingen früh schlafen, denn man schämte sich, keine Trophäe vorzeigen zu können. Außerdem war am nächsten Tag das so wichtige Consilium destributio Regiones, für welches man ausgeschlafen sein wollte…

Das Consilium Destributio Regiones

Amariel schaute sich flehend zu Irion um. Der vernarbte Zwerg saß mit dickköpfigem Gesichtsausdruck den beiden Gegenüber. Der Abgesandte des Fürsten von Donnerbach, Herr von Rabenlieb, hatte die Verhandlungen bereits nachmittags verlassen. Niemand außer ihm war an den Gras und Weidelandflächen interessiert gewesen, die den donnerbacher Bauern als Lebensgrundlage dienten und es stand außer Frage, dass es nicht im Sinne der Verhandlung lag, den Bauern diese zu entziehen. Die beiden bemantelten Novizen hinter dem Zwergenmagier flüsterten sich etwas zu und berieten sich mit ihrem Vorgesetzten. Marta von Donnerbach hatte das Gespräch so weit aufmerksam belauscht. " [:kragax-sohn-des-garoschim | Kragax, Sohn des Garoschim], richtig?" Der Zwerg schaute sich brummend zu ihr um. “Wieso erzählt ihr den Anwesenden nicht von der Silberader, die neulich im Grautodbuckel gefunden wurde? Ist sie nicht der Grund, dass ihr so scharf auf den alten Berg seid?” Kragax wirkte ertappt und guckte böse. “Schön”, entgegnete er, "_Ich bin bereit auf all meine anderen Ansprüche auf Gebiete zu verzichten. Glaubt ihr mir dann, dass ich den Berg auch aus emotionalen Gründen möchte?. Niemals ist der Besitz der Gebiete die ich hiermit aufgebe mehr wert, als irgendwelches Silber, dass erst noch unter großen Gefahren geborgen werden müsste."

Amariel verstand nicht, warum überhaupt darüber diskutiert wurde:
Menschen und Zwerge, ihr seid alle gleich! Kein Silber der Welt mag aufwiegen, welchen Fehler ihr begeht, wenn ihr den alten Berg weckt. Das Zerzal des Berges wird euch verzehren, noch bevor ihr ihn betreten könnt

Irion schaute zu Amariel herüber. Er glaubte ihr, was sie über den Berg erzählte und übersetzte für die Anwesenden: “Zerzal ist Isdira und steht für die Macht des Verfalls und des Todes. Es ist nicht auszudenken, welche Gefahren dort schlafen könnten. Die Elfensippen der dortigen Umgebung sind die einzigen, die sich damit auskennen._” Irion überlegte kurz und fügte dann hinzu:
“_Und wenn ihr meine fachkundige Meinung hören wollt, es wäre unverantwortlich und töricht ein solches Risiko für die Umgebung des Gebietes ein zu gehen.
"
Irion war es nicht gewohnt förmlich zu reden, doch er gab sich alle Mühe. Immerhin war es auch im Interesse seiner Akademie, dass nicht irgendwelche Zwerge die Ausläufer der Salamandersteine unsicher machten. Er und die anderen MItglieder seiner Akademie kannten die Elfen, wie kaum jemand in Aventurien. Und wenn er eins wusste, dann war es, dass man keinen Krieg mit Ihnen anfangen wollte, und dass es einen geben würde, wenn der Zwerg tatsächlich mit einer Zwergensippe oder Menschen in den Berg ziehen würde. Schon allein weil sie hierfür Elfengebiet durchqueren müssten.

Die Verhandlungen zogen sich noch den ganzen Tag. Marta von Donnerbach erstand einen kleinen Fleck im Forschungsbereich der Akademie zu Donnerbach, was Irion störte. Amariel und Kragax wurden sich bis zum Ende nicht einig. Am Ende musste der Baron entscheiden. Und er entschied sich für den Zwerg. Welche Folgen das jedoch für die Geschichte Aventuriens haben sollte, wird in einer anderen Geschichte erzählt.

View
Händler, Hühner, Hasenfreunde
Zwischenspiel nach der Schenke zum Singenden Schwert

Den Göttern sei Dank, vergingen die Namenlosen Tage auch dieses Jahr und am 1. Praios des neuen Jahres 1029 nach dem Fall Bosparans, zeigte sich die Praiosscheibe und kündete vom Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Die Nacht der Schrecken und die darauffolgenden Nächte ohne Ruhe- dafür mit vielen Alpträumen- lagen nun in der Vergangenheit. Nolan und Halia versuchten das Leben in der Schenke fort zu führen so gut es eben ging, und bald schon bot sich eine wundervolle Gelegenheit, um sich von den Schrecken der Vergangenheit abzulenken:

Eine Händlerkarawane aus dem Bornland traf ein, und Nolan und Halia verwendeten all ihre Gedanken darauf alte Ware los zu werden und Neues anzukaufen. Vorräte wurden aufgestockt, und die Funde aus dem Keller der Schänke verkauft. Auch die Helden mischten sich ins Getümmel und machten Schnäpchen und verkauften Dinge, die sie zu Geld machen wollten…

Nur Amariel stand etwas abseits und beobachtete das Ganze aus sicherer Entfernung:

“Halia, erklär mir das noch mal: Wieso tauschen Menschen, die nicht mal schmieden können, Metal gegen Nahrung? Sie können doch mit dem Metal überhaupt nichts anfangen!” – gemeint war das Geld, für welches Nolan so eben Vorräte erstanden hatte.
Halia suchte verwirrt Metal auf den Wagen aber Amariel hatte schon wieder etwas ganz anderes entdeckt:. Hühner. Hühner in Käfigen. Wenn es etwas gab, das den Elfen viel bedeutete, dann war es die Freiheit. Sie wurde wütend und ging nun auf die ältere bornländische Händlerin zu, die bei den Hühnern stand. “Entschuldigen Sie, junge Dame, ich werde diese Hühner jetzt freilassen.”
Irion hatte ihr einmal erklärt, dass Menschen immer sagten, was sie taten, bevor sie es taten. Amariel verstand das zwar nicht, aber da sie ja jetzt gesagt hatte, was sie tun würde, würde es bestimmt niemanden stören, wenn sie die eingesperrten Tiere wieder in die Natur entließe. Gesagt getan:

Sie ging zum Käfig und zog ihren Speer, um ihn aufzuhebeln.
Die Bornländerin fuchtelte wild mit den Händen. Hatte sie sich verletzt? Sie fing auch an, laut Dinge von sich zu geben, doch Amariel konnte ihren Akzent nicht verstehen.
Nun ja, Menschen in Not, wollte geholfen werden, also – ganz die nette Person die sie war – legte sie den Speer zunächst bei Seite und ging jetzt auf die Dame zu, um mal nach dem Rechten zu sehen. Amariel lächelte die Frau an, um zu zeigen, dass sie freundlich gesinnt war, doch die Dame schaute nur grimmig zurück, zeigte auf die Hühner und schüttelte den Kopf.

Amariel war verwirrt, doch die Frau hatte aufgehört zu gestikulieren, und schien außerdem genau wie sie, sehr uneinverstanden damit zu sein, dass die Hühner dort in Käfigen hockten. Amariel war erfreut eine Verbündete gefunden zu haben und drehte sich wieder um, um die Hühner nun entgültig zu befreien…

Irion war die Misskommunikation aufgefallen und er tat sein bestes, um zwischen den Beiden zu vermitteln. Auf der einen Seite Amariel, die unmissverständlich klar gemacht hatte, dass sie die Hühner nun befreien würde und auf der anderen Seite die Händlerin, die versuchte mit Amariel einen Preis auszuhandeln – auch wenn Amariel davon nichts mitbekommen hatte. Irion seufzte und bezahlte die Hühner bei der aufgebrachten Händlerin, die behauptete Amariel hätte sie außerdem mit dem Speer bedroht! Schließlich kamen auch Nolan und Halia dazu und Amariel konnte Halia davon überzeugen die Hühner als Erweiterung der Schänke aufzunehmen.

“Lass den Kiindern ihren Kopf” dachte Irion und sogar Nolan ließ sich breit schlagen (und zahlte Irion die Hühner zurück). Und so kam die Schenke zum singenden Schwert zu ein paar Hühnern.
Bald schon zog die Händlerkarawane weiter….

Es dauerte noch einen Tag, bis die Helden ihre 7 Sachen zusammen gesammelt hatte und am Abend des nächsten Tages, Andrasch und Torkin waren grade draußen um einen kleinen Übungskampf zu bestreiten, nährte sich der Schänke eine Gestalt. Vivi sah sie als erstes: sie war in braune Fellumhänge gekleidet, ein langer zotteliger Bart quoll unter einer Kapuze hervor, und unter seinem Arm, trug die Person einen Hasen.
Als auch die anderen den Neuankömmling bemerkt hatten, brachten sie sich in Bereitschaft – immerhin war man von den Namenlosen Tagen noch das Schlimmste gewohnt. Doch der Mann schien unbeirrt und kam über die kleine Brücke bis auf den Vorhof der Schänke. Er schaute sich um und fragte dann mit ruhiger Stimme Nolan: “Guter Mann, habt ihr eine Feuerstelle und einen Topf, den ich benutzen dürfte?”. Nolan guckte verwirrt. Das war nicht grade die Frage gewesen, die er erwartet hatte, jedoch wollte er dem Fremden nicht das Traviarecht ausschlagen und nickte. Der Mann, weiiterhin die anderen kaum beachtend, folge Nolan mit dem Hasen in die Küche. Dort angekommen setzte er Wasser auf und schnibbelte Kräuter klein. Alle waren sich einig, dass es bald Hasensuppe geben würde und Amariel wollte schon einschreiten, da legte der Mann den Hasen auf den Tisch und… und verband ihn. Er hatte dem Hasen einen Verband getränkt in Kräutersud um den Hinterlauf gelegt, an dem nun deutlich zu erkennen war, dass der Hase keineswegs tot war, viel mehr an Schmerzen leiden musste. Auf jegliche Versuche ein Gespräch zu führen, reagierte der Mann kurz angebunden und schließlich, als er getan hatte, was er wollte, machte er sich auf den Rückweeg zum Wald. “Firun schütze euch” murmelte ehr zum Abschied, bevor er wieder in den Wald verschwand…

—> Was danach geschah

View
Die Schenke zum singenden Schwert, Zusammenfassung
Die Ereignisse um die Schänke

Die Helden erlebten in der Schänke eine Nacht des Schreckens. Aus dem Keller krochen Kreaturen unsagbarer Finsternis und auch die Umgebung um die Schenke schien sich in dieser Nacht verwandelt zu haben. Überall erhoben sich die Toten um sich an den Lebenden zu rächen. Schließlich entführten die Wesen die Tochter der Wirts Halia und die Gefährten beschlossen kurzum nunmehr nicht abzuwarten sonden in den Keller vor zu dringen, um die Tochter zu befreien, bevor sie gefressen wurde. Zuvor eröffnete ihnen der Wirt Nolan, dass er einen alten “Schuldschein” seines Ohms besitze, der die Schenke vorher geleitet habe. Der Schuldschein jedoch stellte sich als Warnung heraus. Eine Warnung davor die Schenke an einem Tag im Jahr zu verlassen und den Keller zu verriegeln. Dieser Tag war heute.

Im Keller der Schenke führe die Blutspur der Kleinen als bald durch eine als Wand getarnte Geheimtür, nicht lange gefackelt da fand Vivi diese und die Verfolgung konnte weiter gehen. Neben der Dunkelheit dem Wasser, der Beengtheit, sowie Ratten und Amöben, erschwerten vor allem die Ghule das Vorankommen, da sie immer wieder aus dem Hinterhalt angriffen um auf zurückgebliebene Gruppenmitglieder zu zielen. Auch die hysterisch Ilorien von Grautann was nicht grade hilfreich bei einem geplannten Vorgehen.

Schließlich fanden die Helden in den Katakomben eine zerschlagene Tür, auf der ehrmals das Siegel des Herrn Praios trachtete, nun nichts weiter als ein alter, zerkratzter Stein.

Auf dem Weg hinab, durch eine Wendeltreppe, kam den Helden bereits der Geruch von Verwesung und Tod entgegen und schließlich klang eine dunkle, machtvolle Stimme durch die Hallen, welche sie freundlichst aufforderte, ihr – Nebain – dem Nekromanten des Zirkels der 7 – ihre Lebenskräfte vorbeizubringen.

Da die Helden damit höchst uneinverstanden waren, beseitigten sie gemeinsam mit Andrasch und der Praiotin Antissa Daralos die knöchernden Schergen des Nekromanten und standen ihm am Ende höchstselbst gegenüber.

(Was die Helden noch in den Tiefen der Keller fanden, und welche Rolle Praios spielte, können Sie hier erfahren)

Ein Schrecken aus alter Zeit: In eine dunkle Robe gehüllt, einen riesiegen Zauberstab umgreifend, und dutzende Sklette, sowie Ghule und einen Frostghul befehligend.

In einem spektakulären Kampf mit vielen Verlusten und Praios Beistand gelang es den Helden schließlich den Magier zu vertreiben, dessen Überreste jedoch verschwanden Spurlos…—

—> Was dann geschah

View
Die Schenke zum singenden Schwert, Kapitel 6
Gebrochenes Licht, Teil 3

Der Ort bereitete mir noch immer Unbehagen. Selbst jetzt, nachdem der Knochenschänder zerstört war, (Und war er das wirklich?) hatte die Dunkelheit ihre widernatürliche Schwere nicht verloren.
Alles in uns sehnte sich dannach, endlich raus aus der Unterhöhle zurück in die Taverna zu gehen.
Der neue Raum den wir betraten, schien die Anderen in Aufregung zu versetzen. Alle begannen mit dem Magier zu diskutieren, zu schnell und zu unverständlich als dass ich folgen konnte. Stattdessen suchte ich den Rest der Gruppe. Wirt und Tochter wollten zurück, die Bardin lag noch immer am Boden. Sie nach oben zu tragen schien eine gute Ausrede, diesen Ort zu verlassen. Die Lichtbringerin wollte mitkommen, falls weitere Knochenwandler umherstreiften.

Obwohl wir der Oberwelt wieder näherkahmen, schien sich die Stimmung nicht zu bessern. Wirt und Tochter schwiegen, die Lichtbringerin murmelte noch unverständlicheres als üblich, bis auch sie in angespanntes Schweigen fiel. Der Weg war ereignislos, aber das Gefühl war noch immer bedrückend, hier und da schienen Schemen aus Rauch um uns zu streifen, die sich formten und sofort wieder zerfielen. Instinktiv drängte ich mich nach vorne, und wärend die Sonnenbrênchi unseren Rücken deckte. Dichter und dichter schienen die Schemen an uns zu dringen, doch ausser fast unhörbaren Gemurmel geschah nichts. Als wir an der Schwelle zum Lagerraum des Wirtes kamen, hasteten er mit seiner Tochter aus der unnatürlichen Dunkelheit in die natürlichere, kurz gefolgt von mir mit der Bardin auf den Arm.
Die Lichtbringerin war fort.
Ich drückte dem Wirt schnell die Bardin in die Arme, “Gehen hoch. Priesterin fort, muss suchen.” und verschwandt wieder in der Dunkelheit.

Ich rannte durch die Dunkelheit. Die vereinzelten Schemen waren zu einem dichten Nebel geworden, der wie eine Strom an einen Ort floss. Ich ahnte, was ich an seinem Ende finden würde, und folgte ich so schnell ich konnte.

Der Raum, in dem der Stom mündete, war voll mit ihnen. Eben kaum noch zu erkennen, wirkten sie nun fast echt. Hohle Gesichter, spindeldürr, über und über mit Brandmalen übersäht. Sie alle sammelten sich um die Lichtbringerin, und griffen nach ihr. Die verkrüppelten Hände gingen widerstandslos durch sie durch, doch zuckte sie bei jeder Berühung, wurde immer fahler. Das Gemurmel wurde lauter und lauter, so laut, das es in meinen Innersten vibrierte. Und es klang wütend, voll mit Hass und Rachsucht, so deutlich, das ich sie erkannte, obwohl ich kein Wort verstand. Die Lichtbringerin wich weiter in den Raum zurück, getrieben von den ruhelosen Ahnen. Ich folgte so gut ich konnte, vorsichtig die Schemen nicht zu berühren. Doch als sie mit ihren Fuss an ein altes, rostiges Messer stieß, hob das Gemurmel zu einem klaren Schrei an. „*Espiare!*“ Die Dienerin der Sonne, so fern ihres Odûns, griff nach dem Messer, und führte es mit zittteriger Hand zur Kehle.
Ich sprang, warf sie zu Boden und versuchte ihr das Messer aus der Hand zu reißen. Sie wehrte sich kaum, all ihre Kraft darauf gerichtet das Messer in der Hand zu behalten. Jedoch, ich war stärker, erfahrener im verzweifelten Ringen um Leben und Tod, auch wenn ich zum erstenmal seit langen um das leben eines anderen rang. Kaum hatte ich das Messer, murmlte sie nur noch leise „ Quid dereliquisti me.„ und brach vollends in sich zusammen.
Ich blickte auf. Die Schemen waren verschwunden, der Geruch von Asche und verbrannten Fleisch alles was blieb. Ich warf mir die Lichtbringerin auf die Schulter, und verlaß diesen nebelverfluchten Ort so schnell ich konnte.

—> Zur Zusammenfassung
—> Zurück

View
Die Schenke zum singenden Schwert, Kapitel 5
Gebrochenes Licht, Teil 2

LUX TRIUMPHAT!! LUX ETERNA!”. Mein Schrei hallte in der Gruft nach. Wir hatten dem unheiliigen Nekromanten nach erbittertem Kampf den Gar ausgemacht. “Rondra, du stolze Löwin unter den Göttern, dir zu ehren kämpfe ich gegen die Siebtsphärischen. Firun, gib mir die Kälte, um meine Feinde zu erlösen, und allen Waffen und Wunden zu wiederstehen, die sie mir zuzufügen vermögen. Praios, du gerechtester aller Götter, lass mich sehen auch in Dunkelheit, denn dein Licht währt ewig, deine Gerechtigkeit möchte ich nach Dere bringen!”, ich rezitierte die 12 Lobpreisungen forwährend, denn mein Körper war schwach geworden, doch Stolz erfüllte meine Brust, als ich durch meinen Glauben das Lichte Praios sogar an diesen götterverlassenen Ort rufen konnte, und die Skelette des Nekromanten in seiner Herrlichkeit zu Staub zerfielen.
Die Entrückung war mir mit Sicherheit an zu sehen. Eine solch hochrangige Liturige forderte die Aufgabe des eigenen Bewusstsein, und so legte ich mich bereitwillig in das Licht, dass mir Praios geboten hatte, und bereitete mich darauf vor, in die Tempel Alverans ein zu ziehen. Mit Stolz.

Doch es sollte anders kommen, und mein Werk auf Dere war scheinbar noch nicht erfüllt. Und ausgerechnet eine Elfe heilte meine Verwundungen, als ich wieder zu mir kam.
Die Halle war von Knochen übersäht und ich spührte noch das nachhallende Blut, dass zu den Verletzungen in Oberschenkel und Wade strömen wollte, doch da waren keine Wunden mehr…. Magie – fuhr es mir durch den Kopf und sofort wolle sich mein Geist dagegen wehren, dass ich noch am Leben war. Magie hatte mich gerettet. Dumpf hallte der Vorsatz der Praioskirche in meinem Kopf nach, Magie käme immer zu einem Preis daher, doch etwas anderes in mir, schalt mich einen Narren und war dankbar am Leben zu sein. Praios würde schon wissen, was er mir zumutete.
Ich richtete mich auf und bedankte mich bei der Elfe für die Heilung. Wie viel Zeit war vergangen? Ein paar Minuten? Stunden? Mehr?
Ich spürte in meinen Körper, Hunger hatte ich keinen, es konnte also nicht all zu lang her sein.
Die anderen schienen auch bei guter Gesundheit. Die Wirtstochter und die Adelige waren ohnmächtig, aber das war mir nur Recht.
Dann versuchte ich auf zu stehen – es ging ganz gut – und bewegte mich langsam zum Altar, auf dem noch immer der zerfleischte Händler lag. Ich schlug ein Boronrad über ihn und schloss seine Augen. Man sollte den Leichnahm nach oben schaffen und begraben. “Ich empfehle deine Seele den Göttern an. Du wirst bei ihnen in Alveran thronen”, murmelte ich und bat Praios, sich seiner Seele an zu nehmen.

“Wir sollten noch das restliche Gemäuer sichern.”, merkte der Magier an. Typisch Magier, aber er hatte Recht, wer wusste schon, ob es noch mehr Sklette und Ghule gab. Ein Teil der Gruppe blieb hier um auf zu passen, ein Teil, mich eingeschlossen, ging zurück in den Vorraum der Gruft und nahm den Weg nach Westen, den wir vorher passiert hatten.

Nun, wo die unmittelbare Gefahr gebannt war, erlaubte mir mein Geist, sich wieder den Umständen Jener zu widmen. Und mir fielen die Runen wieder ein, die wir gesehen hatten, als wir die Wendeltreppe in die zweite Ebene genommen hatten. Es waren Sonnenrunen gewesen. Runen in einer alten Sprache, die zur Zeit der Priesterkaiser genutzt wurden, um Praios Gerechtigkeit zu preisen. Doch was suchten sie hier unten? Ich verstand, dass dies einmal eine Einrichtung gewesen sein musste, die die Priesterkaiser genutzt hatten, vermutlich um Schwarzmagier wie den Nekromanten fest zu setzen, doch mein ungutes Gefühl wollte bei dieser Feststellung nicht weichen.

Wir fanden Kerker mit Skeletten darin, jedoch schienen die Knochen nun, mit dem Verschwinden des Nekromanten, auch ihren Frieden gefunden zu haben. Wir öffneten die Tür zu einem weiteren Raum. Das Licht war schummrig, denn nur der schwache Schein unser Facheln, ließ uns die Einrichtung erkennen.
.
—> Zur Zusammenfassung
—> Weiter

View
Die Schenke zum singenden Schwert, Kapitel 4
Gebrochenes Licht

Wir waren bereits in die zweite Ebene vorgedrungen. Im Weinkeller von dem, was ich für eine einfache Schänke gehalten hatte, fanden wir einen Geheimgang. Praios bewahre – ausgerechnet unschuldiges Blut brachte uns diese Entdeckung. Die Wirtstochter, die von den unheiligen Kreaturen, geraubt worden war, hatte uns durch ihr Blut den entscheidenen Hinweis gegeben. Ich hoffte sehr, dass ihr Opfer nicht das eigene Leben war. Vorsichtig leuchtet ich nach vorne, die anderen dicht hinter mir. Wir standen an einer Weggabelung. Der Boden war hier überall mit Wasser bedeckt, dass sich über die Jahre angesammelt haben musste. Ich versuchte mich auf den Beistand meines Herrn zu besinnen, doch die Dunkelheit dieses Ortes, schien auch sein Licht verdrängt zu haben. Ich entschied mich für den rechten Pfad, wie der Herr es mich gelehrt hatte. Der Magier und der Zwerg jedoch wollten nach links gehen, und so teilten wir uns auf…

Ich erinnere mich noch genau an die Kälte, die mir den Rücken hoch kroch, kurz bevor sie da waren. Und Dann: Überall – Ghule. Wir wussten nicht mal, wie viele es waren, sie kamen aus der Dunkelheit um uns zu holen. Ich atmete tief durch, nahm mein Sonnenzepter in die rechte Hand und verlagerte mein Gewicht leicht nach vorne. “Für die Sonne, für den Herrn, für Praios!” und ich machte einen Satz nach vorne, wo ich grade einen Ghul in die Schatten hatte verschwinden sehen. Mein Sonnenzepter hinterließ einen gleißenden Schnitt, der die Dunkelheit zerteilte. “Lux triumphat!”, donnerte ich den Siegesschrei der Praioskirche. “Lux eterna!”, ein weiterer Schlag machte dem Schattenwesen den Gar aus. Aus dem Augenwinkel hatte ich weitere gesehen.. Ich probierte mir einen Überblick über das Kampfgeschehen zu verschaffen: Ich war eigentlich vorgehechtet um möglichst viele Gegner auf mich zu ziehen, doch ich hatte nur einen erwischt- Die anderen hatten mich umrundet und trieben nun die Gäste der Schänke in die Enge. Wiederliche Kreaturen. “Vergreift euch nicht an den Schwachen! Komm zu mir und fahrt zurück in die Niederhöllen!” Ich stürmte erneut auf die Kreaturen zu, diesmal von hinten..
Ich fiel und etwas bohrte mir lange, kalte Krallen in den Rücken. ich stürtze und versuchte mich abzurollen, was durch das Wasser auf dem Boden allerdings erheblich erschwert wurde. Ich versuchte mein Gleichgewicht wiederzuerlangen und herauszufinden was mich umgehauen hatte. Ein huschen an der Decke. Konnten sie etwa so gut klettern? Ich starrte angestrengt in die Dunkelheit. Da wieder!, ich nahm mein Sonnenzepter, und warf es entschlossen nach Oben. Ein zischen und der Geruch vonverbranntem Fleisch verriet mir, dass es getroffen hatte. Die Kreatur fiel von der Decke, verbrannt von meiner geweihten Waffe. Ich schaute nach den anderen. Doch diese waren erstaunlich gut selbst klar gekommen, der letze Ghul röchelte grade sein Unleben aus. Ich atmete erleichtert aus. Doch dann schon wieder Schritte. Der kurze Entspannungsmoment verflog, wie er gekommen war. Ich zog mein Sonnenzepter aus dem Haufen Fleisch und Asche. Waren es noch mehr Ghule? Nein, es war die andere Gruppe, die den linken Gang auskundschaftet hatte. Und sie waren noch vollzählig. Gut. “Irgendwas gefunden?”, rief die Elfe ihnen zu. “Irgend so ein schleimiges Etwas hat versucht meinen Stab zu essen!!” – der Magier war völlig aufgelöst. “Versteht ihr? Nur Wesen äußerster Mächtigkeit können meinen Stab essen!”. Er klang leicht weinerlich,und ich überlegte mir, welche Wesen tatsächlich das Bedürfniss verspüren würden einen Holzstab zu essen, und ob das wohl für ihre Mächtigkeit sprach… “Weiter jetzt”. Irgendetwas sagte mir, dass das hier erst der Anfang gewesen war…

Und ich sollte Recht behalten. Nachdem wir einen weiteren dunklen Gang durchquert hatten, kamen wir in einen Raum mit quadratischen Grundmaßen, im Ostteil des Raumes jedoch, war eine Wand eingebrochen und hinter der Wand befand sich eine Steinplatte, voll gekritzelt mit Runen, die nichts Gutes verheißen konnten. So sehr ich Magie verabscheute, so sehr brauchte man manchmal den Sachverstand eines Magiers, um andere Magie zu bekämpfen – in dem Fall heiligte der Zweck die Mittel.
“Heh Magier, sehr euch das hier mal genauer an. Kennt ihr diese Runen?”
Doch der Magier schien sie nicht zu kennen, was mich noch mehr beunruhigte.

Dann sah ich, dass hinter der Platte eine Wendeltreppe in den Stein gehauen war, die alswieder tiefer in den Berg führte. Von unten wehte der Hauch des Todes herauf. Und dann sah ich noch etwas: Es waren wieder Runen, doch diesmal kannte ich ihre Bedeutung nur zu gut. Es waren alte Bosparano-Runen der Praioskirche… Beim Herrn der Götter, was hatte das zu bedeuten?
Mein Herz pochte laut in meiner Brust und mir wurde heiß und kalt. Ich rezitierte das ‘Lux eterna’ um nicht das Bewusstsein zu verlieren doch die Stimmen der Toten hatten angefangen in meinen Geist einzudringen und forderten Rache. Doch wofür? War dies ein Fluch dieses Ortes? Der gleiche Fluch, der die Ghule erweckt hatte? Ich versuchte die Gedanken abzuschütteln und mich wieder zu konzentrieren. Doch ich schien trotzdem einen Moment abwensend gewirkt zu haben, denn der Nordmann mit den Tatoos blickte mich besorgt an. ich winkte ab und ging nun auf die Wendeltreppe zu. Schließlich war es meine Aufgabe voraus zu gehen.

- aus Erzählungen Antissa Daralos

—> Weiter zu Kapitel 5

View
Die Schenke zum singenden Schwert, Kapitel 3
Beginn des Alptraums

Alle waren eingeschlafen. Doch der Schrei war überall hörbar. Schmerzverzerrt und dann erstickt, als hätte jemand während des Schreiens das Bewusstsein verloren.

Irion fiel fast aus dem Bett. Was bei den 12 Göttern war das? Er war noch halb verschlafen, griff nach seinem Magierstab und schob seine Schlafrobe zu Recht bevor er auf den Flur rannte. Wer hatte da geschrien? Auf dem Flur stolperte er über die anderen Gäste des letzen Abends, alle auf dem Weg in den Schankraum um den Ursprung, für den Schrei aus zu machen. Doch was auf sie wartete, übertraf ihre Alpträume noch bei weitem:

Der Schankraum war in Dunkelheit gehüllt, und doch konnte man erkennen wie sich Schemen darin hin und her schoben. “Flim Flam Funkel” Ein magisches Licht in der Hand des Magiers brachte etwas Licht in die Dunkelheit. Verzerrt und blutüberstörmt lag die Fratze von Marek Bornländer in der Mitte des Raumes. Über ihn beugte sich schemenhaft ein grausiger Schatten der ein schmatzendes Geräusch von sich gab. Die Augen der Kreatur hefteten sich auf die Neuankömmlinge, eine Blutspur führte weiter nach hinten in den Raum, und aus der Tür auf den Korridor, der zum Schlafsaal führte. Und in den Keller. “Ghule” brummte Torkin. Amariel legte einen Pfeil ein, wartete aber noch auf eine Erklärung. Iloren war leichenblass geworden, Andrasch feuerrot. “Bei Rondras Donnerfürzen! LASST SIE UNS VERNICHTEN!!”. Der erste Pfeil flog und verfehlte sein Ziel nicht – doch die Wesen zeigten sich unbeeindruckt und schienen nun ihrerseits ganz und gar uneinverstanden damit zu sein, dass man sie bei ihrem Nachtmahl störte. Der eine Ghul verblasse immer weiter, und wurde schließlich eins mit den Schatten, während die anderen sich nach vorne bewegten. Langsam, aber stetig. Dann stürmte Andrasch los und der Kampf begann


—> Kapitel 4

View
Die Schenke zum singenden Schwert, Kapitel 2
Ein Schrei in der Nacht

Der Umriss eines Gebäudes zeichnete sich durch die endlos scheinenden Baumreihen ab. Die Dämmerung war lange hereingebrochen und es konnte nicht mehr lange dauern, bis die schweren grauen Wolken sich entladen würden.
Viriea näherte sich dem Gebäude. Überreste einer Steinmauer umzäunten das Gebiet, eine große Turmruine ragte hinter dem linken der zwei Holzbauten hervor. Das eine schien eine Scheune zu sein, die Tore waren halb geöffnet. In den Fenstern des anderen schien orange-flackerndes Licht. Die Kapuze ihres schwarzen Umhangs tief ins Gesicht gezogen huschte die Torwallerin den kleinen Bach entlang. Eine Reuse befand sich in Ufernähe, die zufällig einige Fische in sich trug. Ohne zu zögern blicke sich die fast weißhaarige um, entdeckte aber nach wie vor niemanden, und bediente sich. Anschließend zog sie es vor, in der Scheune Unterschlupf zu suchen anstatt zum Beleuchteten Gebäude zu gehen, dessen Schild es als Gasthof „Zum singenden Schwert“ auszeichnete.
Bis auf einen großen Holzkarren, der mit Tüchern abgedeckt war und diversen Werkzeugen sowie Brettern, Planken und Heu, war die Scheune relativ leer. Viriea setzte sich in den Schatten einer der beiden großen Holzpforten, ihre Beine gaben nach der langen Reise beinahe von selbst nach, und machte dort rast, den Blick nach draußen gerichtet.

Der Regen setzte ein.
-———————————————-

Während ich in der Scheune wartete und der Regen die Sicht zu trüben begann, sah ich zwei Gestalten, die sich dem Gasthof näherten. Eine durch einen schmal geschnittenen Umhang verhüllte schlanke Gestalt, Bogen und Köcher auf dem Rücken tragend und einen durch seine Robe unverkennbaren Magier mit seinem Stab.
Sie näherten sich der Schänke zielstrebig und verschwanden nacheinander in der Tür. Als diese kurz aufschwang ertönte leises Harfenspiel und Gesang aus dem Innern. Der Wind frischte merklich auf, der Regen wandelte sich zu einem dichten, grauen Schleier, dessen Rauschen alles andere übertönte.
Eine Weile später erkannte ich jedoch eine weitere Silhouette, die sich auf den einladenden Unterschlupf zubewegte. Bis auf einen sehr große, breitschultrigen Umriss und offenbar wilden, offenen Haaren, konnte ich nichts genaueres erkennen. Die Figur bewegte sich ruhig, nein.. kraftvoll wohl eher, auf die Schänke zu und trat ebenfalls ein.
-——————————————————————
Torkin war ein Wolf. Kein Vierbeiner, aber doch ein Wolf. Er stammte von den Durro-Dun, den Gjalskaländer-Tierkriegern ab, doch seine Wege waren verschlungen, seine Wurzeln verloren. Er sah sich um, schnüffelte. Viele Unbekannte. Ein Winter voller Reisen lag hinter ihm, der Sommer sollte anders werden. “Hey langer, jetz mach kein Gesicht wie drei Tage Regenwetter! komm setz dich her! Nolan! Ein Bier für den Fremden!” – Ein Zwerg. Andrasch hatte ihn angesprochen. Doch seine Speisegebote verboten ihm Alkohol zu trinken – auch um niemanden in Gefahr zu bringen. Ablenken. “Herr Zwerg, Würfeln!” sagte Torkin in gebrochenem Garethi. Andrasch lachte herzhaft: “Bei Rondras Knackarsch, Ich sehe schon ihr wisst worauf es ankommt!


Ich harrte weiter in der Ecke des Scheunentors aus. Die Tropfen hämmerten gegen das Holz und der Sturm bewegte schon bald die vorher massiv wirkenden Holztore. Hin und wieder trug eine starke Böe den Regen auch ins Innere und ich zog mich weiter zurück. Schließlich beschloss ich doch noch den Gasthof zu betreten, auch wenn ich es nicht einsah für ein Dach über den Kopf zu bezahlen, wenn eines hier draußen zu finden war.. Doch das Licht sah wirklich einladend aus nach Wochenlanger Kälte. Ich hielt die Seiten meines Umhangs fest und lief fluchs zur Tür.
Als ich sie aufstieß ummantelte mich ein Schwall von Wärme und Bratenduft, gemischt mit dem unverkennbaren Schenkengemisch aus Bier, anderem Alkohol und in diesem Fall, durchnässter Kleidung.
Kaum hatte ich mir die nassen Strähnen aus dem Gesicht Gewischt, dröhnte mir die Stimme des Wirts entgegen, der einen Krug auswischte: „Seid Gegrüßt, Reisender. Die namenlosen Tage bringen nichts als Unheil und schlechtes Wetter, kommt herein und wärmt euch am Feuer!“ Etwas in mir drängte danach direkt wieder Kehrt zu machen. Zögerlich zog ich die triefende Kapuze herunter. Unentdeckt war ich ohnehin nicht mehr. Aus Gewohnheit ließ ich meinen Blick durch den Raum schweifen um abzuschätzen was für Leute und wie viele sich darin befanden. Der Wirt, der Magier mit seiner Begleitung, offensichtlich eine Elfe, die mit zwei anderen Männern an einem Tisch saßen, die im Vergleich sehr derb aussahen, eine prunkvoll gekleidete Dame, die auf ihrer Harfe spielte und sang, daneben ein wachsamer junger Mann. An einem anderen Tisch eine merkwürdig gekleidete Frau, die etwas hochmütiges, Ruhiges an sich hatte, ein großes Sonnensymbol auf ihrer Kleidung prangend. Außerdem ein Zwerg am Tresen, sowie ein kleines Mädchen, das zwischen den Tischen herumlief und Getränke brachte. Noch während mein Blick den Schankraum überflog schabte ein Hocker geräuschvoll über den Boden. Der Koloss von einem Mann, den ich vorhin hatte eintreten sehen war aufgesprungen und stürmte brummend auf mich zu: „Schwester!“, meinte ich zu verstehen, war aber schon mit einem Satz bis zur anderen Ecke des Raumes zurückgewichen. Er war karg bekleidet, nur mit einem Waffenrock, Schulterschutz, Stiefeln und einer Lederschärpe, die rotbraunen Haare in wilden Strähnen in das vernarbte Gesicht ragend, das mich furchteinflößend freudig anstarrte. Sein freier Oberkörper war stark vernarbt und tätowiert, ebenso sein Gesicht. Die zahlreichen Muskeln waren scharf umrissen. Erst jetzt fiel mir auf, dass jener Mann mich eben offensichtlich in Thorwalsch angesprochen hatte, was meine Verwirrung nicht unbedingt milderte. Er machte ein paar weniger hektische Schritte auf mich zu, ich musste meinen Blick heben um ihm weiter ins Gesicht sehen zu können. Dann griff er mich an den Schultern, schnaufte zufrieden und zog mich zu dem Tisch mit dem Magier, der Elfe und den anderen zwei Männern. Ich fiel auf einen der Höcker und blieb verdutzt sitzen. Ich wurde mit allerlei Blicken beäugt und fühlte mich irgendwie ausgeliefert. Versteinert brachte ich kein Wort heraus. „Na!“, lachte der Wirt schallend, „Ein freudiges Wiedersehen, mh? Lasst unseren neuen Gast doch erst mal etwas zur Stärkung zu sich nehmen!“ Als den anderen am Tisch offenbar ihre bestellten Gerichte und Getränke gereicht wurden, zog sich mein Magen schmerzhaft zusammen. „Etwas Brot hätte ich auch gerne..“, ließ ich den Wirt wissen, als die Blicke der anderen auf ihr Essen gerichtet war anstatt auf mich und ich meine Stimme wiedergefunden hatte.
Ich hatte Schwierigkeiten, alle Eindrücke zu verfolgen. Der Duft des ansehnlichen Bratens des stürmischen Mannes neben mir vernebelte mir etwas die Sinne. Die Elfe schien sich etwas unwohl zu fühlen und strich sich hin und wieder ihr perfekt glänzendes blau-schwarzes Haar hinter die spitzen Ohren. Ihre strahlend blauen Augen leuchteten wie Saphire und folgten dem Gespräch des einen Mannes mit dem Magier, während sie eine Tasse Tee in beiden Händen hielt. Diesem wurden gerade scheinbar Spielregeln erklärt, und der Kontrast zwischen ihm, einem jungen Mann mit wachen, braunen Augen, gepflegtem Kinnbart und dunkelblonden glatten Haaren, die ihm etwa bis zur Brust reichten, und dem unrasierten Mann mit einer Narbe über dem einen Auge und Lederwams, der beim Reden mit einem Würfelbecher herumfuchtelte, stach noch mehr hervor. Der Magier nickte nur gelegentlich und stellte hin und wieder Fragen.


E wurde gespielt und getrunken – zumindest von den meisten – und irgendwann machten sich die meisten auf ins Bett. Amariel konnte sich noch immer nur schwerlich an die menschlichen Betten gewöhnen. Zu beengt kamen sie ihr vor, zu schwer lag die Decke auf ihrem zarten Körper. Doch die Reise von Donnerbach hatte auch sie müde gemacht und so ließ sie sich hinüber führen, in Marbos Traumwelt.

Dann: Ein Schrei! …

—> Kapitel 3

View
Die Schenke zum singenden Schwert, Kapitel 1
Einkehr

Wir schreiben die Namenlosen Tage, zwischen den Jahren 1027 und 1028 BF. Schon die Tage vor den verdammten, hatten angekündigt, dass das Wetter bald umschlagen würde, und so war es nicht verwunderlich, als am letzen Tag des alten Jahres, ein Unwetter über den Norden Aventuriens hereinbrach, welches seines Gleichen suchte.

Doch unsere Geschichte führt uns raus aus dem Sturm, in die Obhut einer Taverne, in der die unterschiedlichsten Gestalten eingekehrt sind an diesem Abend, um Zuflucht vor dem Unwetter suchen: Die Schenke zum singenden Schwert ist der Name des Schauplatzes, an dem die Rudelchroniken ihren Anfang nahmen, und niemand, nicht einmal die Götter, wussten wohl, welch weitreichende Folgen für ganz Aventurien, die Vereinigung dieser Gestalten haben sollte. Und dabei war es doch ein ganz normaler, gemütlicher Abend gewesen, bis die Nacht begann…


“Travia und Peraine waren uns gnädig in den letzten Tagen. Sogar Ihre Ehrhabenheit, die Junkerin, hat sich weniger beschwert als sonst. Diese Schenke ist zwar kein Gasthaus aus dem Horasreich, aber besser als im Unwetter draußen ist es allemal. Ich bin froh, dass wir noch Einkehr gefunden haben, bevor die gottlosen Tage anbrechen. Bei meinem Ohm, Ich ehre dich Travia, ich ehre dich. Meine Herrin, hier entlang bitte. Nehmt meine Jacke, nicht dass ihr friert! Ich hoffe die hohe Herrin hat sich nicht erkältet.”

Der Abend schritt fort und die Junkerin und Minnesängerin Iloren von Hornhagen, machte es sich vor dem Kamin gemütlich während sich ihr Diener, Gunnar von Erkenbrand in angemessenem Abstand an einen der Tische setzte und für sie Essen orderte. Die Tochter des Barons zu Besuch zu haben, war ein außerordentliches Privileg, und der Wirt der Schenke, Nolan, tat sein bestes um Ihren extravaganten Wünschen nach zu kommen. Seine kleine Tochter Halia, unterstützte ihn dabei nach Kräften. Das aufgeweckte blonde Mädchen konnte bereits in ihrem jungen alter lesen und schreib, eine große Hilfe beim führen eines Gasthofs.

Alsbald kehrten weitere Gestalten in die Schenke ein. Ein Bornländischer Händler names Marek Bornländer, ein Zwerg namens Andrasch Drachenzahn und eine Praiotin namens Antissa Daralos. Der Abend schritt fort: Gunnar, Marek und Andrasch würfelten zusammen, Die Junkerin ließ sich vom Kamin wärmen und die Praiotin guckte gelediglich grimmig zu den Glücksspielern rüber, schien aber andere Dinge im Kopf zu haben als Ihnen eine Predigt zu halten.

Als das Unwetter schlimmer wurde verirrten sich noch vier weitere Gestalten in das Gasthaus….


Amariel und Irion waren auf dem Weg zum Baron der Grautann gewesen, als die ein schreckliches Unwetter überraschte. Auch gegen die Einwände der Elfe entschied Irion zu ihrer beider Sicherheit, dass sie in eine Herberge einkehren würden. Auch wenn Amariel sich vermutlich draußen hätte durchschlagen können, so hatte Irion doch unter keinen Umständen vor, die Namenlosen Tage über draußen zu verbringen – erst Recht nicht wenn Efferd dermaßen mieß gelaunt war…oder wer sonst in den Namenlosen Tagen für Unwetter sorgte..

Virieia und Torkin hatten Ihre ganz eigenen Gründe warum sie in den Namenlosen Tagen irgendwo in der Graumark herumirrten – aber auf die soll hier nicht näher eingegangen werden.

Jedenfalls kamen diese Vier auch in die Schenke und unser Spektakel konnte beginnen…

—> Kapitel 2

View

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.