Die Rudelchroniken

Der Schlangenberg - Die Herzwaldgrotten

Glimmer führte die Helden schließlich bis zum Eingang der Herzwaldrotten. Die Herzwaldgrotten, so erzählte sie auf dem Weg, waren ein Höhlensystem ungeahnten Außmaßes, dass sich unter dem gesamten Herzwald und vermutlich darüber hinaus erstreckte. Den Elfen seien mehrere Eingänge bekannt, doch dieser hier würde die Helden, so sie Glück hätten, vermutlich am ehesten zu Hinweisen führen. Die Herzwaldgrotten waren dunkel und nur Irions Magie war zu verdanken, dass die Helden etwas sehen konnten. Die Grotten waren kalt und feucht und erinnerten an eine Tropfsteinhöhle. Der Boden war sandig und die Wände glitschig. Es dauerte nicht lange bis der Eingang sie an einen unterirdischen Strand führte. Ein See war hier, dessen Tiefe man von oben nicht erahnen konnte, und noch etwas fanden die Helden: Spuren! Sie schienen nicht die einzigen, die diese Höhle in letzter Zeit betreten hatten:

Orks!” brummte Torkin. “Das sind Orkspuren. Ich erkenne ihre Rüstungen im Sand wieder. Und sie waren nicht grade darauf bedacht ihre Spuren zu verwischen.

Seht mal hier drüben!” rief Vivi. “Ich glaub hier liegt ein Boot im Wasser! Hey Irion, kannst du deinen Lichball mal hier rüber leuchten lassen?”

Irion runzelte die Stirn: “Einen FlIM FLAM kann man nicht einfach so wie man möchte durch die Gegend bewegen! Das ist eine sehr komplexe und hoch instabile Matrix. Sie zu bewegen erfordert genauste Anpassungen an den Raum und hohe Anforderungen an den Magus!

Jaja. Kannst dus jetzt oder kannst dus nicht?

Missmutig dirigierte Irion den Ball aus Licht vorsichtig über den See, am Strand entlang Richtung Vivi. Tatsächlich lag dort ein Bot, dass mit einem Seil an einem Pflock im Wasser festgemacht wurde.

Halte ein Irion!” Diesmal war es Amariel. “Dort! Sieh nur!” Irion und die anderen schauten auf die Mitte des Sees.

Was soll da sein?” fragte Hinnerk und Irion dirigierte den Lichtball wieder ein Stück zurück und weiter auf die Mitte des Sees. Jetzt sahen die anderen es auch! Mitten auf dem See gab es drei kleine Inseln, und auf jeder Insel hing eine große Glocke in einem Gerüst!

Bei Swafnir” entfuhr es Vivi und Torkin aus unterschiedlichen Gründen.
Das kann nichts Gutes bedeuten” stellte Hinnerk fest. “Müssen wir jetzt rein, hilft ja nichts.

Glimmer, könntest du ein Stück weiter über die Ost-Seite des Sees fliegen um zu sehen, ob dort die Höhle weiter geht?” fragte Irion. “So weit reicht mein Zauber nicht

Aber klar Großlinglein Irion!” bekam er in Glimmers üblichem, verspielten Tonfall zurück.
Glimmer flog über den See. Bis sie nicht mehr flog. Das kleine Licht in Form der Sianna war stehen geblieben. “AHHH HILFE! HELFT MIR! Hier… hier ist irgendwas in der Luft das mich festhällt!

Bei Rondras Donnerfürzen! Das sind Spinnennetze!” – Andrasch hatte es als erster verstanden…

Die Ostwand der Höhle war über dem See bekletterbar. Nicht ganz ungefährlich aber machbar. Vivi reagierte als Erste. Sie und Amariel waren beide bereits Richtung Oststrand geeilt. Sie krammte so schnell sie konnte ihre Kletterhaken aus dem Rucksack und schlug einen davon prüfend in die Wand.
Er hielt.
Ohne groß nachzudenken balancierte sie an der Wand entlang. Eine Felsstufe kurz unter der Wasseroberfläche bot etwas halt für die Füße.
Ein Schritt,
dann noch ein Schritt,
nächster Haken,
und wieder ein Schritt.
Zwischendurch huschte der Blick zum zappelnden Licht im Spinnennetz, dem sie sich langsam nährte. Plötzlich löste sich einer der Haken aus der Wand.
Sie rutschte ab und fiel.

SCHEIßE!” entfuhr es Virieia und ihr Knie schlug auf die Felsstufe. Das tiefdunkle Blau war undruchdringlinglich doch ihr Arm fand halt. Ihr Blick wanderte nach oben.

Weiter jetzt.” Amariel zog sie wieder auf die Beine.
Vivi nuschelte etwas das entfernt an “danke” erinnerte vor sich hin und fixierte wieder Glimmer. Schließlich kamen die beiden ans Ende der Stufe.

Was jetzt?” Vivi war ratlos und auch Amariel wusste nicht weiter. Dicke, klebrige weiße Fäden schälten sich vor ihnen aus der Dunkelheit. und verschwanden Richtung Glimmer auf den See. Vivi drückte Amariel die Sturmlaterne in die Hand, die an ihrem Gürtel hing.

Scheiß drauf” murmelte sie wieder unverständlich und griff einen der Fäden. Bevor Amariel ihr erklären konnte, dass es eine sehr schlechte Idee sei am Spinnennetz einer Spinne zu rütteln, da dies die Spinne auf die Beute aufmerksam machen würde, hatte Vivi schon angefangen das Netz zu beklettern.

Ekelhaft… Glimmer ich bin gleich da!”

Dann ging alles ganz schnell. Das Seil riß, Vivi und Glimmer stürtzten in den See, der sie in die Tiefe zu ziehen schien. Hinnerk hatte schnell reagiert und padelte in dem Boot was das Zeug hielt auf die Beiden zu. In letzter Sekunde, mit durchnäßten Klamotten und Flügeln, und völlig außer Atem schafften es die Beiden vom Wasser ins Boot. Eine Spinne war nicht aufgetaucht – Glück gehabt. Auch Amariel wurde eingesammelt.
Danke Hinnerk!” keuchten die beiden Nassen.

Hier ist ja nicht mal Seegang,” gab Hinnerk zurück und brachte die anderen zurück ans Land.
Also in diesen Teil der Höhle, geh ich nicht noch mal, so viel ist mal sicher.” keuchte Vivi immer noch völlig außer Atem.

Dann auf in den Westteil der Höhle!” lachte Andrasch.
Wird ja wohl hoffentlich noch nen paar Monster hier unten geben, die auch raus kommen, wenn man ihre Netze kaput haut.

Fortsetzung: Der alte Hetmann

Comments

Pfff, der Tag an dem Amariel die Worte “Halte ein!” von sich gibt ist der Tag an dem ich lachend auf dem Bode liege.
Achja, und ich meine wir hatten auch Fackeln. Kann ja nicht sein dass wir dem Magier irgendwas zu verdanken hatten.

Hituzuge

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